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Fahren und sparen

Wie in jedem Jahr mussten die Bundesbürger auch 2012 pünktlich zu den Osterferien deutlich mehr für Benzin und Diesel bezahlen. Langfristig kennen die Preise ohnehin nur eine Richtung – nach oben. Die Verbraucher fahren deshalb zwar nicht weniger, entscheiden sich aber zunehmend für verbrauchsärmere Fahrzeuge.

Kernaussagen in Kürze:
  • Nach den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler müssen Tankstellen künftig alle Spritpreisänderungen an eine zentrale „Markttransparenzstelle“ melden.
  • Der Preis für einen Liter Diesel stieg im Zeitraum von 1993 bis 2010 um 120 Prozent, Superbenzin verteuerte sich um 99 Prozent.
  • Im Jahr 2010 haben die Bundesbürger im Personenverkehr 619 Milliarden Fahrzeugkilometer zurückgelegt.
Zur detaillierten Fassung

Jetzt sollen die Tankstellen an die Kandare genommen werden – nach den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler müssen sie künftig alle Spritpreisänderungen an eine zentrale „Markttransparenzstelle“ melden. Damit will der Wirtschaftsminister mögliche Preisabsprachen der Tankstellenbetreiber aufdecken. Doch ob es solche formellen Absprachen tatsächlich gibt, ist fraglich – und somit dürfen die Autofahrer wohl kaum darauf hoffen, dass der Staat ihnen auf diesem Weg niedrigere Kraftstoffpreise bescheren wird.

Das wäre ohnehin eine erstaunliche Kehrtwende, denn vor allem in den 1990er Jahren war es gerade der Staat, der durch Steuererhöhungen den Preis für Benzin und Diesel in die Höhe trieb. Zuletzt hat allerdings die Entwicklung auf dem Ölmarkt die Richtung vorgegeben – der Preis für ein Barrel Rohöl hat sich seit 2003 mehr als verdreifacht. All dies schlug sich in den Spritpreisen nieder (Grafik):

Der Preis für einen Liter Diesel stieg im Zeitraum von 1993 bis 2010 um 120 Prozent, Superbenzin verteuerte sich um 99 Prozent.

Die Autofahrer haben diesem Trend keineswegs tatenlos zugesehen. Wenn die Kraftstoffausgaben der privaten Haushalte seit 1993 „nur“ um 57 Prozent auf zuletzt annähernd 45 Milliarden Euro gestiegen sind, liegt das allerdings nicht daran, dass die Deutschen auf ihre Mobilität verzichtet hätten:

Im Jahr 2010 haben die Bundesbürger im Personenverkehr 619 Milliarden Fahrzeugkilometer zurückgelegt – rund 86 Milliarden mehr als 1993.

Vielmehr sind die privaten Ausgaben für Benzin und Diesel deshalb nicht ins Uferlose gestiegen, weil die Autokäufer verstärkt Wert auf einen geringeren Benzinverbrauch legen bzw. sich häufiger für effizientere Dieselfahrzeuge entscheiden.

Experten zufolge ist auf diesem Gebiet das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. In den kommenden Jahren dürfte sich der Verbrauch der Verbrennungsmotoren weiter deutlich reduzieren lassen – um bis zu 20 Prozent. Auch die Hybrid-Technologie wird beim Spritsparen helfen.

Bisher hat der Staat die Bürger dabei nicht unterstützt. Stattdessen hat er mit seiner Politik bei Pkws vor allem auf die Reduzierung des Schadstoffausstoßes und eine höhere Fahrzeugsicherheit abgestellt. Hier gab es durchaus große Erfolge – so wurden die zulässigen Schadstoffemissionen eines Pkws seit der Einführung der Euro-1-Norm im Jahr 1993 um 98 Prozent gesenkt. Und die verschärften Sicherheitsanforderungen haben die Zahl der jährlichen Verkehrstoten seit 1993 um fast zwei Drittel verringert.

Diese Fortschritte waren aber nicht zum Nulltarif zu haben. Denn die immer aufwendigere Fahrzeugtechnik hat wegen des damit verbundenen Gewichts – für sich genommen – den Spritverbrauch der Pkws erhöht.

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