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Facts & Figures

To stay or not to stay? Ob Großbritannien in der Europäischen Union (EU) bleibt, wird die Volksabstimmung zeigen, die Premierminister David Cameron im Fall seiner Wiederwahl für 2017 angekündigt hat. Rein formal ist ein Austritt durchaus möglich, schließlich sieht der EU-Vertrag diese Option ausdrücklich vor.

Kernaussagen in Kürze:
  • Ob Großbritannien in der Europäischen Union (EU) bleibt, wird die Volksabstimmung zeigen, die Premierminister David Cameron im Fall seiner Wiederwahl für 2017 angekündigt hat.
  • Bei einem britischen Exit würde der europäische Binnenmarkt – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – um fast 15 Prozent schrumpfen.
  • Im Jahr 2011 ging gut die Hälfte der britischen Exporte in EU-Mitgliedsstaaten.
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Die europäische Integration allerdings würde erheblichen Schaden erleiden, wenn das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland – wie es offiziell heißt – nach mehr als 40 Jahren die Gemeinschaft verließen. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen wären gravierend. Bei einem britischen Exit, einem Brixit, würde der europäische Binnenmarkt – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – um fast 15 Prozent schrumpfen.

Und auch für das Land selbst dürfte ein Ausscheiden mit ökonomischen Nachteilen verbunden sein. Die britischen Unternehmen sind nämlich auf dem europäischen Binnenmarkt sehr aktiv: Im Jahr 2011 ging gut die Hälfte der britischen Exporte in EU-Mitgliedsstaaten. Größter Kunde war Deutschland, gefolgt von den Niederlanden und Frankreich. Größtes Abnehmerland außerhalb des Binnenmarktes waren die USA, gefolgt von der Schweiz und China. Die Regionalstruktur auf der Importseite ist ähnlich, knapp die Hälfte der Importe bezieht Großbritannien aus der EU.

Allerdings importiert das Königreich mehr, als es exportiert: 2011 betrug das Handelsbilanzdefizit 6,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

 Das Leistungsbilanzdefizit fiel dagegen mit 1,4 Prozent des BIP deutlich niedriger aus, weil die Briten im Dienstleistungsverkehr mit dem Ausland traditionell Überschüsse erzielen und auch der Saldo der Erwerbs- und Vermögenseinkommen positiv war.

Negativ ist seit vielen Jahren auch der Posten der „laufenden Übertragungen“, wozu zum Beispiel die britischen Zahlungen an den EU-Haushalt gehören. Trotz des von Margaret Thatcher Anfang der 1980er Jahre ausgehandelten Britenrabatts ist das Land ein Nettozahler – Großbritannien zahlt also mehr in den Brüsseler EU-Etat ein, als es zurückerhält. Zuletzt überwiesen die Briten unterm Strich 5,6 Milliarden Euro an den Unionshaushalt, ohne Rabatt wären es sogar rund 9,4 Milliarden Euro gewesen.

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