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Facebook? WhatsApp!

Radio, Zeitung und Festnetztelefon waren gestern, was für Jugendliche heute zählt, ist das Internet. Was ihre Kinder im Netz allerdings genau machen, davon haben erstaunlich viele Eltern noch erstaunlich wenig Ahnung.

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Digitale Medien sind mittlerweile schon für Kinder eine Selbstverständlichkeit – ab einem Alter von zehn Jahren sind nahezu alle online. Wie eine vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) vorgelegte Studie zeigt, verbringen 16- bis 18-Jährige im Durchschnitt 115 Minuten pro Tag im Internet. Bei den 14- bis 15-Jährigen sind es 93 Minuten und bei den 12- bis 13-Jährigen immerhin 59 Minuten.

Die meisten Jugendlichen gehen mit ihren eigenen Geräten online: So besitzen 79 Prozent der 12- bis 17-Jährigen ein Smartphone mit Internetzugang, 64 Prozent surfen mit dem eigenen Computer, Laptop oder Notebook.

Was die Jugendlichen im Internet eigentlich machen – davon haben die meisten Eltern allerdings recht naive Vorstellungen. Laut einer Befragung der Techniker Krankenkasse im Jahr 2014 gehen 85 Prozent der Eltern davon aus, dass Computer und Smartphone vor allem für schulische Recherchen genutzt werden.

Fragt man dagegen die Kinder und Jugendlichen selbst, ergibt sich ein ganz anderes Bild – das zeigt etwa die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, die das Medienverhalten von Jugendlichen in Deutschland seit dem Jahr 1998 regelmäßig untersucht (Grafik):

Rund 44 Prozent der Jugendlichen nutzen das Internet zur Kommunikation, 25 Prozent schauen Videos und hören Musik, 18 Prozent spielen und lediglich 13 Prozent suchen Informationen.

Kommunikation heißt für junge Leute vor allem Chatten, deshalb haben Kurznachrichtendienste für sie einen hohen Stellenwert. Laut BITKOM sind Chatdienste mittlerweile sogar noch wichtiger als andere soziale Medien oder das Schreiben von E-Mails. Ganz vorn auf der Beliebtheitsskala steht der Messenger WhatsApp, den mittlerweile weltweit 700 Millionen Menschen nutzen. Jeden Tag werden mit dieser App über 30 Milliarden Nachrichten versendet.

Wie es mit der Social-Media-Nutzung in Deutschland möglicherweise weitergeht, verrät ein Blick in die USA, die bei allen Onlinetrends Vorreiter sind. Dort galt lange Zeit Face­book als das soziale Netzwerk schlechthin, jetzt verliert es rasant an Bedeutung:

Im Frühjahr 2014 waren 72 Prozent der US-Kids auf Facebook unterwegs – im Herbst 2014 nutzten es nur noch 45 Prozent.

Voll im Trend liegt dagegen die App Instagram, mit der die Anwender Fotos und Videos teilen können. Diesen Dienst nutzten im Herbst 2014 gut drei Viertel der Jugendlichen in den USA.

Ihre deutschen Altersgenossen ticken noch etwas anders. Lediglich 18 Prozent der von BITKOM befragten Kinder und Jugendlichen nutzen Instagram ab und zu. In Sachen Facebook liegen die Deutschen aber wieder im Trend: Derzeit sind dort 3,2 Millionen 13- bis 17-Jährige registriert – im Jahr 2012 waren es noch knapp 3,7 Millionen.

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