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Es gibt viel zu tun

Die Erwerbstätigen in Deutschland haben im vergangenen Jahr fast 58 Milliarden Stunden gearbeitet – so viel wie seit 1994 nicht mehr. Allein im Vergleich zu 2009 hat das Arbeitsvolumen um gut 2 Milliarden Stunden zugenommen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Erwerbstätigen in Deutschland haben im vergangenen Jahr fast 58 Milliarden Stunden gearbeitet – so viel wie seit 1994 nicht mehr.
  • Zwischen 1991 und 2005 verringerte sich das Arbeitsvolumen um mehr als 4 Milliarden Stunden.
  • In Hamburg ist die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Zeitraum von 2000 bis 2012 um 7,9 Prozent gestiegen – so stark wie nirgends sonst in Deutschland.
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Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Europas ist die aktuelle Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ausgesprochen erfreulich. So ist die Zahl der Erwerbstätigen im Laufe der vergangenen Jahre auf immer neue Rekordhöhen geklettert und überschritt im dritten Quartal 2013 erstmals die Marke von 42 Millionen.

Vor allem aber steigt auch die Zahl der Arbeitsstunden seit einiger Zeit wieder deutlich an (Grafik). Das ist umso bemerkenswerter, als der Trend zuvor lange rückläufig war:

Zwischen 1991 und 2005 verringerte sich das Arbeitsvolumen um mehr als 4 Milliarden Stunden.

Ein wesentlicher Grund dafür war, dass nach dem kurzen Wiedervereinigungsboom viele unrentable Betriebe in den neuen Bundesländern schließen mussten und dadurch zahlreiche Vollzeitstellen verloren gingen. Und auch in Westdeutschland setzte damals eine längere wirtschaftliche Flaute ein. Hinzu kam, dass immer mehr Beschäftigte in der Bundesrepublik nur noch Teilzeit arbeiteten.

Die Trendwende kam mit den Hartz-Reformen, die den Arbeitsmarkt in Deutschland spürbar belebten und das Arbeitsvolumen vom Tiefpunkt im Jahr 2005 wieder wachsen ließen. Zwar gab es durch die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 zwischenzeitlich einen Dämpfer – unter anderem, weil viele Betriebe auf Kurzarbeit gehen mussten. Doch der damalige Rückgang des Arbeitsvolumens wurde inzwischen mehr als wettgemacht.

Dahinter steckt auch, dass viele der in den vergangenen Jahren geschaffenen Stellen Vollzeitarbeitsplätze sind – ihre Zahl stieg von 2005 bis 2012 um 1,2 Millionen. Dagegen blieb die Zahl jener Beschäftigten, die lediglich einen Minijob haben, nahezu konstant. Insgesamt hat sich der Anteil der Teilzeitarbeitnehmer laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung seit 2009 kaum erhöht. Die Kritik, in Deutschland werde die vorhandene Arbeit nur auf immer mehr Köpfe verteilt, trifft also nicht zu.

Vergleicht man das aktuelle Arbeitsvolumen mit dem des Jahres 2000, ist für Deutschland insgesamt keine große Bewegung zu erkennen. Es lassen sich aber unterschiedliche regionale Tendenzen aufzeigen:

In Hamburg ist die Zahl der geleis­teten Arbeitsstunden im Zeitraum von 2000 bis 2012 um 7,9 Prozent gestiegen – so stark wie nirgends sonst in Deutschland.

Aufgrund der zahlreichen Einpendler ist das Arbeitsvolumen in der Hansestadt mittlerweile größer als in Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder Thüringen.

Die ostdeutschen Flächenländer haben in den vergangenen Jahren die größten Rückgänge an Arbeitsstunden hinnehmen müssen – und das, obwohl die Erwerbstätigenquoten deutlich gestiegen sind. In Sachsen zum Beispiel hatten im Jahr 2012 fast 75 Prozent der 15- bis 64-Jährigen einen Job – gegenüber 64 Prozent im Jahr 1998. Die Ursache für das dennoch schrumpfende Arbeitsvolumen ist der Bevölkerungsrückgang, der in Sachsen fast 15 Prozent betrug, in Sachsen-Anhalt sogar 20 Prozent.

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