Soziales Engagement Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Es geht auch ohne Zwang

Der Bundesfreiwilligendienst hat den Zivildienst erfolgreich und ohne große Probleme abgelöst – die im Sommer 2011 frei gewordenen Stellen wurden fast alle sofort wieder besetzt. Und auch sonst engagieren sich die Deutschen offenbar gern für soziale, kulturelle und ökologische Belange.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der Bundesfreiwilligendienst hat den Zivildienst erfolgreich und ohne Probleme abgelöst.
  • Rund ein Drittel der über 14-jährigen in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich.
  • Laut Bundesfamilienministerium liegt das Durchschnittsalter der Bufdis bei rund 27 Jahren.
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Rund ein Drittel der über 14-Jährigen in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich. Bei jungen Menschen unter 30 Jahren stehen vor allem Tätigkeiten in Sport- und Freizeitvereinen sowie für Kinder und Jugendliche ganz oben auf der Liste (Grafik).

Weder ein gesetzlicher Zwang zum Helfen noch ein finanzielles Anreizsystem sind also notwendig, um Menschen zum ehrenamtlichen Engagement zu bewegen. Knapp 80.000 freiwillig Engagierte widmen sich ihren Aufgaben in Vollzeit. Hinzu kommen noch rund 23 bis 26 Millionen Menschen, die sich ab und zu gesellschaftlich engagieren.

Der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD) konnte also bei seinem Start Mitte des vergangenen Jahres auf genug Potenzial bauen. Und das war auch nötig, schließlich sollte der BFD den Zivildienst ersetzen, was viele Kritiker und Zweifler auf den Plan rief. Denn die Zivis waren kaum wegzudenken, besonders in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen.

Doch die Unkenrufe gegen den BFD verstummten schnell – der Dienst an der Gesellschaft war von Anfang an beliebt:

Schon am 30. Juni 2011 ersetzten 17.300 „Bufdis“ die noch tätigen Zivis fast vollständig.

Die eingeplanten 35.000 Stellen für die neuen Freiwilligen waren schon im Februar dieses Jahres so gut wie alle vergeben. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach den Plätzen stetig weiter.

Die BFDler arbeiten – vielfach vor ihrer Ausbildung oder dem Studium – in gemeinnützigen Einrichtungen. Das dauert in der Regel ein Jahr, wer will, kann sich aber auch für bis zu zwei Jahre oder für nur ein halbes Jahr entscheiden. Als Taschengeld bekommt ein Vollzeit-BFDler maximal 336 Euro.

Dass der neue Freiwilligendienst so beliebt ist, liegt auch daran, dass jeder mitmachen kann, egal wie alt er oder sie ist.

Laut Bundesfamilienministerium liegt das Durchschnittsalter der Bufdis bei rund 27 Jahren.

Jungen Menschen bietet der Dienst eine Orientierung für die spätere Jobsuche, Arbeitslose können sich durch die neue Beschäftigung weiterqualifizieren. Einige Helfer sind aber auch schon über 70 Jahre alt. Und fast alle bleiben dabei: Nur rund 10 Prozent aller Bufdis werfen das Handtuch vor dem Ende ihrer Dienstzeit.

Die Bufdis haben gegenüber den Zivis einen großen Vorteil: Ob mit Kindern spielen, Biotope pflegen, Senioren aus der Zeitung vorlesen oder Schüler durchs Theater führen – die neuen Freiwilligen können zwischen mehr Tätigkeitsfeldern und Einsatzorten wählen. Der BFD umfasst die Bereiche Soziales (Kinder- und Jugendhilfe, Jugendarbeit, Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege, Behindertenhilfe), Umwelt- und Naturschutz, Sport, Integration, Kultur- und Denkmalpflege, Bildung, Zivil- und Katastrophenschutz.

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