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Erholung gefährdet

Die Schuldenkrise im Euroraum geht am deutschen Maschinenbau nicht spurlos vorbei – auch wenn die größten Kunden inzwischen in Asien und den USA sitzen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Schuldenkrise im Euroraum geht am deutschen Maschinenbau nicht spurlos vorbei.
  • Im ersten Quartal 2012 lagen die Bestellungen um 9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
  • Deutsche Maschinen sind insbesondere in Asien begehrt – ohne sie wäre beispielsweise das rasante Wachstum in China kaum denkbar.
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Der Maschinenbau hat nach der Krise 2009 vergleichsweise langsam Fahrt aufgenommen. Im Jahr 2010 stieg der Umsatz um 9 Prozent, erst im vergangenen Jahr legte er um stolze 15 Prozent zu. Damit zeigt sich die Branche einmal mehr als Spätzünder im Konjunkturzyklus. Denn die Käufer sind vorsichtig – der Maschinenpark wird erst dann erweitert, wenn die Kapazitäten der Unternehmen gut ausgelastet sind.

Im laufenden Jahr dürfte es jedoch keineswegs im gleichen Rhythmus weitergehen. Der Branchenverband VDMA meldet stark rückläufige Auftragseingänge (Grafik):

Im ersten Quartal 2012 lagen die Bestellungen um 9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Geradezu weggebrochen sind die Bestellungen aus dem Euroraum (minus 17 Prozent). Angesichts der Probleme in den südlichen Nachbarländern verwundert das jedoch nicht.

Die Umsätze dürften 2012 daher stagnieren, auch wenn noch viele Vorjahresaufträge abgearbeitet werden müssen. Allerdings ist der Euroraum längst nicht mehr der Hauptkunde des deutschen Maschinenbaus – zwei Drittel der Ausfuhren gehen nach Übersee. Deutsche Maschinen sind insbesondere in Asien begehrt – ohne sie wäre beispielsweise das rasante Wachstum in China kaum denkbar. Doch auch dort wachsen die Investitionen neuerdings nicht mehr so stark wie früher.

Aufgrund der eingetrübten Konjunktur auf den Kernmärkten sollte deshalb in der laufenden Tarifrunde der M+E-Industrie nicht der Blick in den Rückspiegel als Orientierung dienen, sondern der Ausblick.

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