Arbeitszufriedenheit Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Erfüllung im Job

Die große Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland hat eine positive Einstellung zum Job: Die meisten erleben ihre Arbeit als vielseitig und finden darin Bestätigung.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die große Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland hat eine positive Einstellung zum Job.
  • Ebenso viele ziehen Anerkennung aus ihrer Tätigkeit.
  • Um die Mitarbeiterbindung zu stärken, können Betriebe flexiblere Arbeitszeiten und mehr Telearbeit anbieten, die betriebliche Altersvorsorge stärken und ihre Mitarbeiter bei der Kinder- und Angehörigenbetreuung unterstützen.
Zur detaillierten Fassung

Unzufrieden, unmotiviert, untätig – diese Einstellung attestiert das Beratungsunternehmen Gallup regelmäßig einem großen Teil der deutschen Arbeitnehmer. Die jüngste Gallup-Befragung etwa kam zu dem Schluss, dass jeder fünfte Angestellte innerlich gekündigt habe. Die geringe emotionale Mitarbeiterbindung würde zudem Produktivitätseinbußen nach sich ziehen – den volkswirtschaftlichen Schaden beziffern die Berater auf mehr als 120 Milliarden Euro jährlich.

Zu einem ganz anderen Befund kommt hingegen die Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA), ein Zusammenschluss von gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungen. Auch die IGA befragt Erwerbstätige regelmäßig und repräsentativ nach dem Stellenwert und den Rahmenbedingungen von Arbeit. Das jüngste IGA-Barometer stellt fest, dass sich die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung in ihrem Job ziemlich gut aufgehoben fühlt (Grafik):

Neun von zehn Beschäftigten erfreuen sich an ihrer abwechslungsreichen und vielseitigen Arbeit. Fast genauso viele ziehen Anerkennung aus ihrer beruflichen Tätigkeit.

Die von der IGA ermittelte Arbeitszufriedenheit hat sich zwar im Vergleich zur Vorläufererhebung etwas verschlechtert, doch in einem Punkt haben sich die Einschätzungen der Erwerbstätigen verbessert: So bestätigen aktuell 58 Prozent der Frauen und 64 Prozent der Männer, dass sich ihre Firma um die Mitarbeitergesundheit kümmere. Im Jahr 2004 lagen die Zustimmungsraten noch bei 50 bzw. 60 Prozent.

Doch nicht nur die Fürsorge der Arbeitgeber verbessert das Wohlergehen der Mitarbeiter. Allein der Umstand, einen Job zu haben, wirkt sich positiv aus. Die Fehlzeitenstatistik des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen 2009 zeigt, dass Arbeitslose viermal häufiger an psychischen Störungen erkranken als Erwerbstätige. Dies lässt darauf schließen, dass Menschen durch ihre Arbeit Selbstbestätigung und Anerkennung erfahren – beides sind wichtige Faktoren für die seelische Gesundheit.

Ein weiterer Indikator für die Arbeitszufriedenheit ist die Wechselabsicht der Beschäftigten. Diese liegt nach dem jüngsten IGA-Barometer aktuell unter 30 Prozent – und damit in etwa auf dem Niveau von 2004.

Angesichts der demografischen Entwicklung sollten die guten Ergebnisse die Arbeitgeber trotzdem nicht in Sicherheit wiegen. Vor allem Fachkräfte werden auf dem Arbeitsmarkt zunehmend knapp. Wenn qualifizierte Beschäftigte gefragt sind, verbessern sich gleichzeitig ihre Wechseloptionen. Unternehmen sollten daher an ihrer Attraktivität als Arbeitgeber arbeiten:

Um die Mitarbeiterbindung zu stärken, können Betriebe flexiblere Arbeitszeiten und mehr Telearbeit anbieten, die betriebliche Altersvorsorge stärken und ihre Mitarbeiter bei der Kinder- und Angehörigenbetreuung unterstützen.

Dass Handlungsbedarf besteht, ist den Firmen durchaus bewusst. Eine Befragung von mehr als 1.800 Personalverantwortlichen durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Sommer 2010 ergab, dass zwei Drittel der Unternehmen ihre Führungskräfte explizit dazu verpflichtet haben, die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter zu verbessern. Bei den Großunternehmen ist dies sogar in drei von vier Fällen Usus (vgl. www.vitness.info).

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de