KLIMZUG Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Erfolgreiche Netzwerke

Vom Hitzetelefon über Heutrocknungsanlagen bis hin zu mobilen Hochwasserschutzsystemen – im Rahmen der Fördermaßnahme „KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten“ sind über 150 Projekte angestoßen worden. Der Staat unterstützte dabei sieben Regionen mit mehr als 80 Millionen Euro. Nach fünf Jahren läuft KLIMZUG nun aus.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Rahmen der Fördermaßnahme „KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten“ sind über 150 Projekte angestoßen worden.
  • Für Kommunen und Unternehmen sind vor allem Wetterextreme wie Frost, Hitzeperioden, Stürme und Starkregen ein Problem, weil sie den Transport schwierig machen.
  • Am stärksten spüren Land- und Forstwirtschaft, Wasserversorgung sowie der Bereich Gesundheit die Auswirkungen des Klimawandels.
Zur detaillierten Fassung

Welche Veränderungen durch den Klimawandel sind in Deutschland zu erwarten und wie können wir damit umgehen? Um diese Fragen zu beantworten, hat das Bundes­ministerium für Bildung und Forschung 2008 die Fördermaßnahme KLIMZUG ins Leben gerufen. Aus zahlreichen Bewerbungen wurden sieben Modellregionen ausgewählt: Dresden, Nordhessen, die Emscher-Lippe-Region/Ruhrgebiet, Metro­polregion Hamburg, Bremen-Oldenburg, die deutsche Ostseeküste und Berlin-Brandenburg. In Netzwerken mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik wurden Themen vom Küstenschutz bis hin zu landwirtschaftlichen Fragestellungen untersucht (Grafik).

Wissenschaftler und Experten haben zum Beispiel neue Strategien für den Hochwasserschutz entwickelt, den Obstanbau verbessert und neue Bewässerungstechniken getestet. Außerdem untersuchten sie, wie sich steigende Temperaturen und Extremwetterlagen auf ältere Menschen sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen auswirken. Die Ergebnisse wollen Politik und Wirtschaft in ihre Planungen und Entscheidungen einbeziehen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat die Fördermaßnahme KLIMZUG begleitet und bundesweit Vertreter aus Unternehmen und Gemeinden befragt, welche klimabedingten Veränderungen sie erwarten und wie der Klimawandel ihre Arbeit beeinflusst.

Für Kommunen und Unternehmen sind vor allem Wetterextreme wie Frost, Hitzeperioden, Stürme und Starkregen ein Problem – beispielsweise weil sie den Transport von Materialien schwierig machen.

Am stärksten spüren Land- und Forstwirtschaft, Wasserversorgung sowie der Bereich Gesundheit die Auswirkungen des Klimawandels.

Um diese so gering wie möglich zu halten, wurden praktische Lösungen erarbeitet: In Hamburg zum Beispiel gibt es nun innovative mobile Hochwasserschutzsysteme. Mithilfe von beweglichen Wänden, die sich schnell in Fenster und Türen einbauen lassen, sind Gebäude bei Hochwasser zuverlässig bis zu einer Höhe von einem Meter abgedichtet. In Nordhessen wurden Heutrocknungsanlagen entwickelt, die Solarenergie nutzen. So trocknen Heuballen innerhalb von 4 anstelle der üblichen 20 Stunden. Ein weiteres Beispiel ist das Hitzetelefon „Sonnenschirm“ in Kassel: Es informiert kostenlos über alle Hitzewarnungen ab Stufe 2 des Deutschen Wetterdienstes und gibt Verhaltenstipps.

Gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft und Kommunen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu erforschen und umzusetzen, hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Es bleibt zu hoffen, dass die regionalen Netzwerke auch ohne Förderung bestehen bleiben und die erarbeiteten Strategien von anderen Regionen übernommen werden.

Weitere Informationen gibt es unter www.klimzug.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de