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Erfolgreiche Inklusion

Betriebe, die Lehrlinge mit einer Behinderung ausbilden, machen überwiegend positive Erfahrungen. Dennoch finden längst nicht alle Jugendlichen mit Handicap einen regulären Ausbildungsplatz.

Kernaussagen in Kürze:
  • Betriebe, die Lehrlinge mit einer Behinderung ausbilden, machen überwiegend positive Erfahrungen.
  • Fast jedes zweite Unternehmen, das in den vergangenen fünf Jahren Jugendliche mit Behinderung ausgebildet hat, gab Jugendlichen mit einer Lernbehinderung einen Vertrag.
  • Fast zwei Drittel der ausbildenden Unternehmen geben an, dass Menschen mit Behinderungen eine besonders hohe Arbeitsmotivation haben.
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Jedes Jahr verlassen rund 50.000 Jugendliche mit einer Behinderung die allgemeinbildenden Schulen. Nicht alle von ihnen schaffen direkt den Sprung in eine betriebliche Ausbildung oder ein Studium: Knapp 16.500 absolvieren erst einmal eine berufsvorbereitende Maßnahme wie das Berufsvorbereitungsjahr. Weitere 10.000 machen eine außerbetriebliche Ausbildung in sogenannten Fachpraktikerberufen – diese legen nicht so viel Wert auf theoretische Ausbildungsinhalte und eignen sich deshalb besonders für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Diese Wege können auch in eine betriebliche Ausbildung münden. Immerhin hat fast ein Viertel aller ausbildenden Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren Menschen mit Behinderung ausgebildet – von den großen Firmen mit mindestens 500 Beschäftigten waren es sogar mehr als 85 Prozent.

Die Auszubildenden bringen ganz unterschiedliche Handicaps mit (Grafik):

Fast jedes zweite Unternehmen, das in den vergangenen fünf Jahren Jugendliche mit Behinderung ausgebildet hat, gab Jugendlichen mit einer Lernbehinderung einen Vertrag.

Knapp 30 Prozent der Betriebe hatten Jugendliche mit einer seelischen Behinderung, zum Beispiel einer Depression, unter ihren Fittichen, und rund ein Viertel Jugendliche mit einer organischen Behinderung, zum Beispiel Diabetes.

Die Gründe, warum Unternehmen Jugendliche mit Behinderung als Auszubildende einstellen, sind vielfältig. Zum einen engagieren sich fast 90 Prozent der Firmen aufgrund ihrer sozialen Verantwortung; und für fast genauso viele steht fest, dass für sie alle Jugendlichen gleichermaßen als Auszubildende infrage kommen. Zum anderen spielen aber auch leistungsorientierte Gründe eine wichtige Rolle.

Fast zwei Drittel der ausbildenden Unternehmen geben an, dass Menschen mit Behinderungen eine besonders hohe Arbeitsmotivation haben.

Bedenken gibt es eher bei den Firmen, die in den vergangenen fünf Jahren keine Menschen mit Behinderung ausgebildet haben. Fast zwei Drittel von ihnen glauben, dass die Anforderungen des Berufs für Behinderte zu hoch seien; jeweils ein Drittel hat Bedenken wegen der schwierigen Prüfungen oder der Berufsschule.

Zwar sind diese Bedenken im Einzelfall gerechtfertigt. Doch fast immer gibt es auch eine Lösung: Dem unterschiedlichen Lerntempo dieser Jugendlichen kann man zum Beispiel dadurch gerecht werden, dass die Ausbildung flexibilisiert und in Module aufgeteilt wird. So lässt sich eine zweijährige Ausbildung auf drei Jahre strecken, um mehr Zeit für individuelle Nachhilfe zu haben.

Und die Ausbildungsinhalte selbst lassen sich je nach Bundesland und Ausbildungsberuf in einzelne Abschnitte zusammenfassen, die jeweils mit einem eigenen Zertifikat abgeschlossen werden können.

Mehr Informationen über Ausbildungsformen, rechtliche Regelungen und Fördermöglichkeiten finden Sie unter rehadat-bildung.de in der Rubrik Arbeitgeber.

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