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Erfolgreich dank bewährter Rezepte

Am kommenden Sonntag entscheiden rund 3,5 Millionen Wahlberechtigte über die Zusammensetzung der neuen Regierung im Dresdner Landtag. Wirtschaftlich geht es dem Freistaat Sachsen 25 Jahre nach der Wende gut, auch wenn es nach wie vor eine Wohlstandslücke zu den westdeutschen Bundesländern gibt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wirtschaftlich geht es dem Freistaat Sachsen 25 Jahre nach der Wende gut, auch wenn es nach wie vor eine Wohlstandslücke zu den westdeutschen Bundesländern gibt.
  • Die hohen Wachstumsraten der sächsischen Wirtschaft seit Mitte der 1990er Jahre sind auf umfangreiche öffentliche und private Investitionen zurückzuführen.
  • Als Gründe für ihre Ansiedlung nennen die Unternehmen die hervorragende Verkehrsinfrastruktur, das gute Fachkräfteangebot und die Attraktivität Leipzigs.
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Schon vor 20 Jahren galt Sachsen als vorbildlich, denn es war dem Bundesland schnell gelungen, die Transformation von der Zentralverwaltung in die Soziale Marktwirtschaft zu bewerkstelligen.

Die hohen Wachstumsraten der sächsischen Wirtschaft seit Mitte der 1990er Jahre sind auf umfangreiche öffentliche und private Investitionen zurückzuführen. Bereits kurz nach der Wiedervereinigung setzte die Landesregierung wichtige Wachstumsanker: Dazu zählen der Erhalt des Automobilstandorts Zwickau, der heute 7.150 Beschäftigte zählt, sowie der Ausbau des Mikroelektronikstandorts Dresden mit derzeit 1.500 Unternehmen und annähernd 50.000 Mitarbeitern.

Doch auch in Sachsen haben sich nicht alle Investitionen ausgezahlt: So wurden vermeintliche Zukunftsbranchen wie die Solar- oder Chipindustrie viele Jahre lang hoch subventioniert. Ein Großteil dieser Unternehmen ist in den vergangenen Jahren von heftigen Marktumwälzungen erschüttert worden, einige Solarpanelhersteller mussten daraufhin ihre Geschäftsmodelle anpassen oder sogar ganz aufgeben.

Die heutigen Wachstumstreiber der sächsischen Wirtschaft stammen zu einem guten Teil aus Industriezweigen, die schon vor der deutschen Teilung erfolgreich agierten: Die vier – 1932 zur Auto Union AG fusionierten – Kfz-Hersteller Audi, DKW, Horch und Wanderer waren alle in Sachsen beheimatet. Damit ist Audi – zumindest was den Produktionsstandort angeht – einer der Vorgänger des Trabant; der VW Golf sowie der Passat sind seine Nachfolger.

Das Erfolgsrezept von damals funktioniert auch heute: Die Volkswagen Sachsen GmbH ist mit annähernd 10.000 Beschäftigten an drei Standorten der größte industrielle Arbeitgeber Mitteldeutschlands. In den vergangenen Jahren haben sich mit Porsche und BMW zudem zwei Premiumhersteller in Leipzig niedergelassen und ihre Werke bereits mehrfach erweitert.

Als Gründe für ihre Ansiedlung nennen die Unternehmen die hervorragende Verkehrsinfrastruktur, das gute Fachkräfteangebot und die Attraktivität Leipzigs.

Diese Momentaufnahme der Messestadt ist ein Spiegelbild Sachsens: Das Bundesland hat sowohl absolut als auch relativ – also gemessen an der Einwohnerzahl – bundesweit die wenigsten Schulden. Punkten kann Sachsen, nicht zuletzt aufgrund der Autohersteller und ihrer Zulieferer, zudem mit einer hohen Industriequote (Grafik):

Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Bruttowertschöpfung liegt bei 31 Prozent und damit um 5 Prozentpunkte höher als im Schnitt aller ostdeutschen Länder.

Dennoch gelingt es Sachsen bis heute nicht, zu den westdeutschen Bundesländern aufzuschließen. Das sächsische Bruttoinlandsprodukt je Einwohner erreicht nur 73 Prozent des bundesdeutschen Durchschnitts, auch die Arbeitslosenquote (9,4 Prozent) ist immer noch recht hoch.

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