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Entlastung für Beitragszahler

Zwar steigt zum Jahreswechsel der Höchstbeitrag zu den gesetzlichen Sozialversicherungen. Weil aber die Rentenkasse überläuft und deshalb der Beitragssatz sinken kann, winkt dem Gros der Beitragszahler unterm Strich eine Entlastung.

Kernaussagen in Kürze:
  • gesetzlich sozialversichert ist, zahlt Monat für Monat einen festen Prozentsatz von seinem beitragspflichtigen Einkommen an die Rentenkasse, an die Bundesagentur für Arbeit und an seine Krankenkasse.
  • Anders als im Steuersystem gibt es in der Sozialversicherung aber eine Beitragsbemessungsgrenze.
  • Weil die Rentenkasse überläuft und deshalb der Beitragssatz sinken kann, winkt dem Gros der Beitragszahler unterm Strich eine Entlastung.
Zur detaillierten Fassung

Wer gesetzlich sozialversichert ist, zahlt Monat für Monat einen festen Prozentsatz von seinem beitragspflichtigen Einkommen an die Rentenkasse, an die Bundesagentur für Arbeit und an seine Krankenkasse.

Anders als im Steuersystem gibt es in der Sozialversicherung aber eine Beitragsbemessungsgrenze. Alles, was darüber hinaus verdient wird, muss zwar versteuert werden, bleibt aber von Beiträgen verschont.

Bei genauerem Hinsehen ist eine solche Kappung sinnvoll:

  1. Rente: Das gesetzliche Altersgeld ist eine beitragsbezogene Leistung. Wer während seines Erwerbslebens hohe Beiträge entrichtet hat, der erhält folglich im Alter eine hohe Rente. Würden nun auch Entgeltbestandteile jenseits der Bemessungsgrenze der Beitragspflicht unterworfen, dann erhielten Besserverdiener im Alter eine noch höhere Rente – mit der Folge, dass die Schere zwischen hohen und niedrigen Renten noch weiter als ohnehin schon auseinanderklafft.
  2. Krankenversicherung: Das gesetzliche Gesundheitssystem leidet unter anderem daran, dass zwischen dem Beitrag und den Kosten des Versicherungsschutzes kein Zusammenhang besteht. Mit dem Wegfall der Beitragsbemessungsgrenze würde dieser steuerähnliche Charakter weiter verstärkt, statt Anreize zu einem kostenbewussten Umgang mit knappen Mitteln zu setzen.

Während höhere Bemessungsgrenzen dazu führen, dass bei unveränderten Beitragssätzen die Gutverdiener und deren Arbeitgeber tiefer in die Tasche greifen müssen, profitieren alle Beitragszahler von sinkenden Sätzen. Und das ist im nächsten Jahr erfreulicherweise der Fall (Tabelle):

Die Bundesregierung erhöht zwar den Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung zum Jahreswechsel um 0,1 Punkte auf 2,05 Prozent, dafür soll der Beitragssatz zur Rentenversicherung aber von 19,6 auf 19 Prozent sinken.

In Beiträgen ausgedrückt heißt das (Grafik): Wer 3.500 Euro pro Monat verdient, muss von seinem Gehalt rund 708 Euro Arbeitnehmerbeitrag für die Sozialkassen abknapsen. Auch sein Arbeitgeber legt jeden Monat noch einmal mehr als 676 Euro drauf.

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