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Energiequelle Erdgas

Fast ein Viertel des deutschen Endenergiebedarfs wird derzeit durch Erdgas gedeckt – zum größten Teil wird es zur Erzeugung von Wärme benötigt. Aber auch die Energiewende in Deutschland kommt wohl kaum ohne diesen Energieträger aus; schnell hochzufahrende Gaskraftwerke sollen Strom liefern, wenn der Wind einmal nicht pustet.

Kernaussagen in Kürze:
  • Fast ein Viertel des deutschen Endenergiebedarfs wird derzeit durch Erdgas gedeckt – zum größten Teil wird es zur Erzeugung von Wärme benötigt.
  • Im Jahr 2003 steuerten deutsche Erdgasfelder noch ein knappes Fünftel zum Verbrauch bei, 2013 waren es lediglich 10 Prozent.
  • Immer mehr Erdgas liefert Russland – sein Marktanteil beträgt 38 Prozent gegenüber 32 Prozent vor zehn Jahren.
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Dabei kommt immer weniger Erdgas aus heimischen Quellen – im Jahr 2003 steuerten deutsche Erdgasfelder noch ein knappes Fünftel zum Verbrauch bei, 2013 waren es lediglich 10 Prozent.

Doch auch die Förderung in Deutschland ist eine internationale Angelegenheit. Der größte Anteil wird hierzulande unter Betriebsführung der EMPG gefördert, einem Ableger des US-Konzerns Exxon Mobile. Die RWE Dea, die jüngst an eine russische Investorengruppe ging, beaufsichtigt beinahe 25 Prozent der deutschen Erdgasförderung.

Dabei liegt die deutsche Importabhängigkeit in der Natur der Sache. Die Erdgasförderung hierzulande ist seit 2008 um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Nach Japan ist die Bundesrepublik der zweitgrößte Erdgasimporteur – vor den USA, Italien und Großbritannien.

Immer mehr Erdgas liefert Russland – sein Marktanteil beträgt 38 Prozent gegenüber 32 Prozent vor zehn Jahren. Aus den Niederlanden, Norwegen, Dänemark und Großbritannien kommen ebenfalls erhebliche Mengen. Allerdings rechnen auch die europäischen Nachbarn mit einem Rückgang der Förderung. Die verbleibenden Erdgasressourcen und -reserven liegen demzufolge woanders – vornehmlich in Russland, China und den USA.

Weil Erdgas meist per Pipeline nach Deutschland kommt, steht zudem nicht jedes beliebige Land als Bezugsquelle zur Verfügung. Gas für den Transport per Schiff zu verflüssigen, ist vergleichsweise teuer und benötigt außerdem eine entsprechende Infrastruktur – etwa ein ausgeweitetes oder angepasstes Pipeline-Netzwerk. Die Bedeutung des Liquified Natural Gas (LNG) dürfte dennoch wachsen und auch für Europa die Abhängigkeit vom russischen Erdgas mindern.

Schiefergas hat in den USA zu einem neuen Energieboom beigetragen. In Europa ist eine solche Entwicklung aber in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. Zwar gibt es auch auf dem alten Kontinent erhebliche Vorkommen von sogenanntem unkonventionellen Gas. Die Förderung unterliegt jedoch geografisch als auch rechtlich anderen Bedingungen als in Amerika. In Deutschland herrscht sogar faktisch ein Fracking-Verbot – nicht zuletzt wegen der Proteste gegen diese Fördertechnologie.

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