Weiterbildung Älterer Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Eine Investition, die sich dreifach auszahlt

Da die Bevölkerung in Deutschland aufgrund des demografischen Wandels schrumpft, gibt es auf dem Arbeitsmarkt immer mehr Ältere. Damit diese voll erwerbsfähig bleiben, ist Weiterbildung unerlässlich.

Kernaussagen in Kürze:
  • Da die Bevölkerung in Deutschland aufgrund des demografischen Wandels schrumpft, gibt es auf dem Arbeitsmarkt immer mehr Ältere, die weitergebildet werden sollten.
  • Im Jahr 2000 arbeiteten in Europa wie in Deutschland 37 Prozent der55- bis 64-Jährigen.
  • Bis 2011 ist die Quote der 55- bis 64-Jährigen Erwerbstätigen in Europa auf 47 Prozent angestiegen, in Deutschland sogar auf 60 Prozent.
Zur detaillierten Fassung

Gegenwärtig leben in Deutschland 82 Millionen Menschen. Im Jahr 2060 dürften es nur noch 65 bis 70 Millionen sein. Gleichzeitig werden die Bundesbürger – dank medizinischem Fortschritt und gesünderer Lebensumstände – immer älter. Im Augenblick beträgt das mittlere Alter der heimischen Bevölkerung 43 Jahre, schon 2045 wird es bei mehr als 52 Jahren liegen.

Die Gruppe der älteren Personen gewinnt also zwangsläufig an Bedeutung, nicht zuletzt auf dem Arbeitsmarkt. Dort sind schon heute mehr Ältere vertreten als früher (Grafik):

Im Jahr 2000 arbeiteten in Europa wie in Deutschland 37 Prozent der55- bis 64-Jährigen. Bis 2011 ist diese Quote in Europa auf 47 Prozent angestiegen, in Deutschland sogar auf 60 Prozent.

Um ältere Personen länger im Arbeitsmarkt zu halten, ist es wichtig, dass sich diese Gruppe auch entsprechend weiterbildet. Diese Investition rechnet sich dreifach:

  1. Für den einzelnen Arbeitnehmer können sich Weiterbildungsanstrengungen durch ein höheres Einkommen und eine größere Arbeitsplatzsicherheit auszahlen. Besonders profitabel sind Maßnahmen, die in einen weiteren Abschluss münden, etwa Meister- oder Technikerausbildungen. Eine kurze Aufstiegsfortbildung, die mit einem einjährigen Berufsausstieg verbunden ist, kann sich auch noch im Alter von 50 Jahren lohnen.
  1. Aus Unternehmenssicht rentieren sich Weiterbildungen für Ältere vor allem dann, wenn auf diese Weise in dieser Altersgruppe eine höhere Produktivität erreicht wird. Dies gelingt besonders gut, wenn den Beschäftigten neue Kenntnisse und Fähigkeiten direkt am Arbeitsplatz vermittelt werden.
  1. Auch gesamtgesellschaftlich rechnet es sich, bei den älteren Arbeitnehmern zusätzliche Potenziale zu heben. Wenn es Weiterbildungsmaßnahmen ermöglichen würden, dass Ältere zwei Jahre länger im Beruf bleiben, könnte die jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts um mehr als 0,2 Prozentpunkte höher sein. Bis zum Jahr 2030 käme so ein wirtschaftliches Plus von fast 100 Milliarden Euro zusammen.

Christina Anger, Vera Demary, Axel Plünnecke, Oliver StettesBildung in der zweiten Lebenshälfte - Bildungsrendite und volkswirtschaftliche EffekteIW-Analysen Nr. 85, Köln 2013, 108 Seiten, 19,90 EuroVersandkostenfreie Bestellung unter: www.iwmedien.de/bookshop

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de