Sharing Economy Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Sharing Economy braucht Vertrauen

Die Möglichkeit, Güter, Dienstleistungen und Wissen über Onlineplattformen zu teilen, wird in Deutschland bislang vor allem von jüngeren Leuten genutzt. Um die Sharing Economy weiter zu stärken, braucht es unter anderem mehr rechtliche Klarheit und Transparenz, damit die Kunden den Anbietern vertrauen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Jahr 2015 nutzten von den 14- bis 29-jährigen Onlinern in Deutschland 17 Prozent die Angebote der Sharing Economy – von den über 60-Jährigen dagegen nur 2 Prozent.
  • Die Sharing Economy kann unter anderem zu einem schonenderen Umgang mit der Umwelt beitragen und zum Sprung in die Selbstständigkeit ermutigen.
  • Der Staat muss allerdings für einheitliche Spielregeln sorgen und rechtliche Unklarheiten beseitigen.
Zur detaillierten Fassung

Ein Auto oder eine Bohrmaschine leihen, eine Ferienwohnung nutzen oder den Babysitter aus der Nachbarschaft finden – Onlineplattformen der Sharing Economy bringen Nachfrage und Angebot kostengünstig zusammen. Das Besondere: Die Anbieter, die etwas verleihen, vermieten oder teilen, sind in vielen Fällen Privatpersonen und keine Unternehmen (siehe iwd.de: „Teilen statt kaufen“).

Den Anbietern verschafft dies – oft im Nebenerwerb – eine zusätzliche Einnahmequelle. Und für die Nachfrager ist Teilen in der Regel günstiger als Kaufen. Darüber hinaus spielen für die Nutzer auch soziale Faktoren eine Rolle:

In einer repräsentativen Befragung im Jahr 2016 gaben 45 Prozent der Bundesbürger an, die Trends zum Tauschen und Teilen würden die Gesellschaft positiv verändern.

Trotz dieser Vorteile ist die Sharing Economy in Deutschland bislang ein Nischenphänomen. Lediglich junge Menschen nehmen die Angebote derzeit in größerem Umfang in Anspruch (Grafik):

Im Jahr 2015 nutzten von den 14- bis 29-jährigen Onlinern in Deutschland 17 Prozent die Angebote der Sharing Economy – von den über 60-Jährigen dagegen nur 2 Prozent.

Weitere 10 bis knapp 20 Prozent der Internetnutzer in den einzelnen Altersgruppen konnten sich prinzipiell vorstellen, künftig auf Sharing-Angebote zurückzugreifen.

Die Sharing Economy ist in Deutschland bislang ein Nischenphänomen und wird lediglich von den unter 30-Jährigen in größerem Umfang in Anspruch genommen.

Einen ähnlich positiven Trend gibt es auch auf der Angebotsseite. So stieg die Zahl der auf der Plattform Airbnb gelisteten Unterkünfte von 2015 bis 2016 zum Beispiel in Köln um 22 Prozent, in Düsseldorf sogar um 112 Prozent.

Sharing Economy bietet viele Chancen

Dass sich die Sharing Economy immer weiter verbreitet, bietet einige gesamtwirtschaftliche Chancen. So kann das Teilen beispielsweise zu einem schonenderen Umgang mit der Umwelt beitragen – vorausgesetzt, die Nachfrage wird nicht in die falsche Richtung gelenkt, indem etwa Radfahrer auf Carsharing umsteigen.

Die Sharing Economy kann zudem die Hürden für den Sprung in die Selbstständigkeit senken: Wer als privater Anbieter nebenbei auf einer Sharing-Plattform aktiv ist und die unternehmerischen Herausforderungen im Kleinen ausprobieren kann, traut sich eine Firmengründung unter Umständen eher zu.

Darüber hinaus setzt die Sharing Economy klassische Geschäftsmodelle wie etwa das Taxigewerbe durch neue Lösungen wie das Ridesharing – gemeinsame Fahrten mit einem Privatauto – unter einen erhöhten Wettbewerbsdruck. Den Verbrauchern kann dies bessere Angebote und/oder niedrigere Preise bescheren.

Der Staat muss klare Spielregeln schaffen

Damit diese Vorteile zum Tragen kommen, müssen allerdings noch einige Probleme gelöst werden. So sollte die Politik sicherstellen, dass für Sharing-Plattformen und traditionelle Anbieter die gleichen Regeln gelten – zum Beispiel im Hinblick auf Sicherheit oder Hygiene.

Darüber hinaus müssen rechtliche Unklarheiten – etwa die zum Teil unscharfe Abgrenzung privater von gewerblichen Anbietern – beseitigt werden. Wenn die Sharing-Plattformen dann auch noch für maximale Transparenz sorgen, etwa hinsichtlich des Datenschutzes, werden die Verbraucher den Anbietern noch stärker als bisher vertrauen und die Sharing Economy weiter wachsen lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de