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Eine Chance für Behinderte

Wenn in den kommenden Jahren die Babyboomer in Rente gehen, wird der Bedarf an Arbeitskräften steigen. Um alle Potenziale auszuschöpfen, sollten Unternehmen auch auf Arbeitskräfte mit Handicap setzen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Um in Zukunft dem Bedarf an Arbeitskräften gerecht zu werden, sollten Unternehmen auch auf Arbeitskräfte mit Handicap setzen.
  • Rund 47 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer mit Behinderung im Alter von 15 bis 64 Jahren waren 2009 erwerbstätig.
  • Im Jahr 2009 hatten lediglich 7 Prozent der jüngeren Menschen mit Behinderung einen Hochschulabschluss – bei den Nichtbehinderten dieser Altersklasse waren es 19 Prozent.
Zur detaillierten Fassung

Im Jahr 2011 lebten in Deutschland 3,2 Millionen Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Schwerbehinderung – das sind Personen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 auf der Skala von 20 bis 100. Zählt man die geringeren Formen hinzu, hatte laut Mikrozensus 2009 fast jeder neunte Deutsche eine Behinderung.

Dieses enorme Potenzial an Arbeitskräften wird in Zeiten des demografischen Wandels immer wichtiger. Zumal es für behinderte Menschen heute kaum noch ein Problem ist, am Arbeitsleben teilzunehmen – vorausgesetzt, man bietet ihnen Unterstützungen wie das sogenannte barrierefreie Arbeiten.

Nach wie vor geht allerdings nur etwa die Hälfte der Menschen mit Behinderung einer regelmäßigen Arbeit nach:

Rund 47 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer mit Behinderung im Alter von 15 bis 64 Jahren waren 2009 erwerbstätig.

Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Erwerbspersonen lag diese Quote mit rund 74 Prozent bei den Frauen und 85 Prozent bei den Männern deutlich höher.

Die relativ großen Unterschiede bei den Erwerbsquoten sind umso unverständlicher, als Menschen mit Behinderung beruflich genauso gut qualifiziert sind wie Nichtbehinderte: So hatten 2009 mehr als 64 Prozent der behinderten 30- bis 45-Jährigen einen beruflichen Abschluss. Bei Personen ohne Behinderung waren es 67 Prozent. In der Altersklasse der 45- bis 65-Jährigen besteht überhaupt kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Behinderung (Grafik).

Eine große Kluft gibt es allerdings bei der akademischen Bildung. Im Jahr 2009 hatten lediglich 7 Prozent der jüngeren Menschen mit Behinderung einen Hochschulabschluss – bei den Nichtbehinderten dieser Altersklasse waren es 19 Prozent.

Alles in allem ist die Entwicklung jedoch positiv: Der Anteil von Menschen mit Behinderung ohne jeden Abschluss sank über alle Altersklassen hinweg zwischen 2005 und 2009 um 2 Prozentpunkte.

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