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Eine Acht im Rad

Für die deutschen Hersteller von Fahrrädern und Behindertenfahrzeugen war 2014 ein schwieriges Jahr. Das soll 2015 angesichts der Konsum- und Reiselaune der Bundesbürger besser werden.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der Umsatz der Fahrradbranche sank 2014 um 7 Prozent auf 860 Millionen Euro.
  • 80 Prozent der Deutschen besitzen ein Fahrrad.
  • 4.100 Mitarbeiter waren 2014 in der deutschen Fahrradindustrie beschäftigt.
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Das Jahr 2014 lief alles andere als rund (Grafik):

Der Umsatz der stark mittelständisch geprägten Fahrradbranche sank im vergangenen Jahr um 7 Prozent auf 860 Millionen Euro.

In- und Auslandsmarkt schrumpften fast im Gleichklang, wobei der Absatz von Rädern und Behindertenfahrzeugen in der Eurozone sogar um 14,5 Prozent sank, während die übrigen Auslandsmärkte um annähernd 10 Prozent zulegten.

Auch ging die Zahl der Betriebe mit mindestens 50 Angestellten im Jahr 2014 von 21 auf 19 zurück. Sie beschäftigten im vergangenen Jahr insgesamt gut 3.700 Mitarbeiter. Außerdem gab es in der Branche zuletzt 24 Kleinbetriebe mit weniger als 50 Beschäftigten, die insgesamt rund 400 Arbeitsplätze boten.

Wie schwierig die Lage für die heimischen Hersteller momentan ist, zeigt sich beim größten deutschen Fahrradproduzenten Mifa. Nachdem ein indischer Investor einen Rückzieher gemacht hatte, musste das Unternehmen aus dem sachsen-anhaltinischen Sangerhausen im vergangenen Herbst Insolvenz anmelden. Inzwischen hat der Insolvenzverwalter die Produktion wieder hochgefahren und ist mit potenziellen Investoren im Gespräch – die 600 Arbeitsplätze bleiben erst mal erhalten.

Dabei ist das Interesse der Deutschen am Radeln ungebrochen – schließlich besitzen 80 Prozent von ihnen ein Fahrrad. Der ADFC hat gerade erst die Fahrradfreundlichkeit deutscher Großstädte unter die Lupe genommen und die Studentenhochburg Münster vor Karlsruhe und Freiburg als radfreundlichste deutsche Großstadt ausgezeichnet.

Auch der Fahrradtourismus wird für die Branche immer interessanter. Laut ADFC-Radreiseanalyse machten 2014 rund vier Millionen Deutsche eine Radreise mit mindestens drei Übernachtungen, fast ein Drittel davon unternahmen sogar mehrere Velo-Reisen. Am liebsten strampelten die Radurlauber entlang des Elberadwegs, gefolgt vom Main- und dem Donauweg.

Zudem nutzen die Fahrradfahrer von heute moderne Technik. Dank E-Bikes und Routenplanung per Navi oder Fahrrad-App können unliebsame Überraschungen auf den Touren vermieden werden: zum Beispiel steile Steigungen, an denen dem Radwanderer die Puste ausgeht.

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