Erste Fußballbundesliga Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Ein rundes Geschäft

Nach insgesamt 27.540 Spielminuten geht die Bundesligasaison 2011/2012 zu Ende. Mehr als 13 Millionen Fans haben die 306 Spiele verfolgt. Damit ist die Bundesliga in Sachen Zuschauer erneut einsame Spitze in Europa. Grund genug, einen genaueren Blick auf die finanzielle Situation der Vereine zu werfen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mehr als die Hälfte des Umsatzes entfällt auf Fernseh- und Werbeeinnahmen.
  • Rund 41.000 Beschäftigte zahlten in der Saison 2010/2011 insgesamt fast 719 Millionen Euro an Steuern und Abgaben.
  • Der FCB kam in der Saison 2010/2011 auf 156 Millionen Euro Personalkosten, erwirtschaftete aber gleichzeitig einen Umsatz in Höhe von 291 Millionen Euro.
Zur detaillierten Fassung

Nur die englische Premier League ist besser als die Erste Bundesliga – zumindest, was den Umsatz angeht. In der Spielzeit 2010/2011 erwirtschafteten Manchester United, FC Chelsea etc. rund 2,7 Milliarden Euro; Dortmund, Bayern München und Co. kamen auf knapp 2 Milliarden Euro. Damit war die vergangene Saison die erfolgreichste aller Zeiten. Und auch die gerade zu Ende gehende Spielzeit dürfte ähnlich viel Geld in die Kassen der Vereine gespült haben.

Mehr als die Hälfte des Umsatzes entfällt auf Fernseh- und Werbeeinnahmen. Auch die neuen TV-Verträge sind lukrativ – statt 412 Millionen Euro pro Spielzeit gibt es von 2013 bis 2017 je 628 Millionen Euro.

Darüber hinaus ist der deutsche Lizenzfußball ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler:

Rund 41.000 Beschäftigte zahlten in der Saison 2010/2011 insgesamt fast 719 Millionen Euro an Steuern und Abgaben.

Doch Geld schießt keine Tore – oder doch? Ein Blick auf die Tabelle am Ende der Spielzeit 2009/2010 zeigt einen deutlich positiven Zusammenhang: Die ersten sechs erwirtschafteten zu dieser Zeit einen fast dreimal so hohen Umsatz wie die letzten sechs Vereine. Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn es nicht plötzlich auch ganz anders aussehen könnte: In der folgenden Saison kehrten sich die Verhältnisse um und die letzten sechs waren mit gut 122 Millionen Euro Umsatz die ersten (Tabelle).

Diese Trendwende hat vor allem zwei Gründe. Erstens blieben in der Saison 2010/2011 viele Bundesligisten, die ein Jahr zuvor sportlich und wirtschaftlich recht erfolgreich waren, hinter ihren Erwartungen zurück, so etwa Schalke, Wolfsburg und Bremen. Andere Clubs wie Kaiserslautern, Mainz und Hannover blühten dagegen auf.

Zweitens gehen die hohen Umsätze der sportlich letzten sechs Vereine vor allem auf hohe Transfereinnahmen zurück – die ehemaligen Spitzenclubs haben mit Spielerverkäufen rund dreimal so viel verdient wie die neuen Tabellenführer. So wechselte etwa der Wolfsburger Edin Dzeko für die Rekordsumme von 37 Millionen Euro zu Manchester City. Auch die Ablösesumme des Nationalspielers Mesut Özil, der von Werder Bremen zu Real Madrid ging, fällt in diese Spielzeit. Oft stehen solchen Transfereinnahmen jedoch Spielerkäufe in ähnlicher Höhe gegenüber.

Und natürlich wollen die Profikicker auch gut bezahlt werden. Spitzenreiter der Liga ist in dieser Kategorie einmal mehr Bayern München:

Der FCB kam in der Saison 2010/2011 auf 156 Millionen Euro Personalkosten, erwirtschaftete aber gleichzeitig einen Umsatz in Höhe von 291 Millionen Euro.

Nicht viel los ist dagegen im Mittelfeld der Ersten Liga: Die Clubs auf den Plätzen sieben bis zwölf hatten die wenigsten Einnahmen und auch die geringsten Ausgaben.

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