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Ein Land, zwei Welten

In Deutschland haben 2,8 Millionen Arbeitnehmer eine ausländische Staatsangehörigkeit – das ist jeder elfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die Ausländer arbeiten allerdings oft in ganz anderen Berufen als die Deutschen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Ausländer arbeiten oft in ganz anderen Berufen als die Deutschen.
  • In einem Reinigungsberuf arbeiten 220.000 Ausländer. Das sind 27 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
  • Die geringsten Ausländeranteile finden sich in Rechts- und Verwaltungsberufen.
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In Deutschland gibt es mittlerweile eine Reihe von Berufen, in denen jeder vierte bis dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen ausländischen Pass hat (Grafik):

  • In einem Reinigungsberuf arbeiten zum Beispiel 220.000 Ausländer. Das sind 27 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Hinzu kommen 280.000 Minijobber. Zum Vergleich: Von den Deutschen arbeiten 580.000 Personen als Reinigungskräfte – zuzüglich 900.000 geringfügig Beschäftigten.
  • In gastronomischen Berufen sind weitere 125.000 Ausländer – Selbstständige und Minijobber nicht mitgezählt – tätig, überwiegend im Service. Ihnen stehen 330.000 Deutsche gegenüber. Der Ausländeranteil ist damit hier ebenso hoch wie bei den Reinigungskräften.
  • Um die Zubereitung von Speisen – im Statistikerdeutsch: Köche ohne weitere Spezialisierung – kümmern sich rund 125.000 Ausländer und 325.000 Deutsche. Der Ausländeranteil liegt somit bei 28 Prozent.
  • Als Verkäufer – ohne Spezialisierung – und als Fahrer im Straßen­verkehr sind 100.000 bzw. 110.000 Ausländer tätig. In diesen Berufen arbeiten aber auch viele Deutsche, sodass der Ausländeranteil eher durchschnittliche 8,6 bzw. 12,8 Prozent beträgt.

Die geringsten Ausländeranteile finden sich in Rechts- und Verwaltungsberufen. Gerade einmal 21.000 Arbeitnehmer mit ausländischem Pass arbeiten als Rechtsanwälte oder Verwaltungsbedienstete, aber knapp 1 Million Deutsche, sodass der Ausländeranteil in diesem Berufsbereich mit 2,1 Prozent am Ende der Statis­tik rangiert.

Die Berufe mit den höchsten Anteilen ausländischer Beschäftigter sind oft jene, die mit einem geringen Anforderungsniveau einhergehen. So ordnet die Bundesagentur für Arbeit über drei Viertel der sozialversicherungspflichtigen Jobs in den Reinigungsberufen als Helfertätigkeit ein, für die keine abgeschlossene Berufsausbildung gebraucht wird.

In den Hochbauberufen arbeiten zwei Drittel der Beschäftigten auf Helferniveau, bei den Köchen mehr als die Hälfte.

Es gibt aber auch Gegenbeispiele. So sind fast 500.000 Ausländer in verschiedenen Metall- und Elektro-Berufen tätig – in diesem Bereich werden nahezu ausschließlich Fachkräfte eingesetzt, nur 13 Prozent arbeiten hier als Helfer.

Auf dem Arbeitsmarkt für Hochqualifizierte gibt es ebenfalls Berufe mit hohem Ausländeranteil. So sind fast 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ärzte ohne Spezialisierung Ausländer – bei den Internisten sind es 14 Prozent und bei den Chirurgen 13 Prozent.

Auch an den Universitäten gäbe es ohne Ausländer eine große Lücke: Fast 28.000 ausländische Angestellte – ohne Beamte – arbeiten in Lehre und Forschung an Hochschulen.

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