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Ein Kontinent holt auf

Trotz jahrzehntelanger Entwicklungshilfe ist Afrika die ärmste Region der Welt. Gleichwohl hat der vermeintlich „hoffnungslose Kontinent“ in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Wachstumsdynamik entwickelt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Trotz jahrzehntelanger Entwicklungshilfe ist Afrika die ärmste Region der Welt.
  • Gleichwohl hat der vermeintlich „hoffnungslose Kontinent“ in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Wachstumsdynamik entwickelt.
  • Auch ehemals leidgeplagte Staaten wie Äthiopien, Ruanda und Mosambik erreichten Wachstumsraten von rund 8 Prozent.
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Stehen die afrikanischen Löwen heute da, wo die asiatischen Tiger vor 30 Jahren standen? Damals begann die Erfolgsstory einiger asiatischer Entwicklungsländer, die sich binnen relativ kurzer Zeit zu recht wohlhabenden Industriestaaten mauserten. Für den ganz großen Sprung scheint den Löwen zwar noch die Kraft zu fehlen, doch sie haben berechtigte Hoffnungen:

Das reale Bruttoinlandsprodukt der afrikanischen Staaten südlich der Sahara legte zwischen 2000 und 2011 jahresdurchschnittlich um fast 5 Prozent zu. Auch ehemals leidgeplagte Staaten wie Äthiopien, Ruanda und Mosambik erreichten Wachstumsraten von rund 8 Prozent. Und die positiven Entwicklungen dürften sich fortsetzen: Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) wird die Wirtschaft in Subsahara-Afrika bis 2017 jedes Jahr um durchschnittlich fast 6 Prozent wachsen.

Der afrikanische Kontinent ist widersprüchlich: Auf der einen Seite gibt es eine erschreckende Rückständigkeit, auf der anderen Seite beachtliche Wachstumspotenziale:

Demografie. Nirgends sonst gibt es so viele junge Leute wie in Afrika: Rund 42 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 14 Jahre. Wenn es gelingt, diese Generation einigermaßen auszubilden und in Jobs zu bringen, hat sie das Zeug für ein afrikanisches Wirtschaftswunder. 

Bildung. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist der Anteil der Schüler in der Sekundarstufe um mehr als die Hälfte gestiegen. Allerdings war die Schulbeteiligung im Jahr 2010 mit knapp 40 Prozent immer noch sehr niedrig.

Bürokratiekosten. Für neue Jobs braucht es Unternehmen, die nicht durch überzogene bürokratische Fesseln eingeengt werden. Obwohl die Kosten für eine Firmengründung zuletzt rapide gesunken sind, müssen Gründer fast immer noch ein ganzes Jahreseinkommen dafür aufbringen.

Inflation. Die in den 1990ern chronisch hohen Preissteigerungen von fast 30 Prozent im Jahresdurchschnitt sind zuletzt auf immerhin gut 9 Prozent gesunken. Der IWF rechnet künftig sogar nur mit einer jährlichen Inflationsrate von 6 Prozent.

Infrastruktur. Südlich der Sahara sind weniger als ein Fünftel der Straßen asphaltiert, nicht einmal 2 Prozent der Menschen haben einen Festnetzanschluss. Gerade deshalb aber hat es auf dem schwarzen Kontinent einen Siegeszug des Mobilfunks gegeben: Rein rechnerisch telefoniert jeder zweite Schwarzafrikaner mit einem Handy.

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