Umweltpolitik Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Ein kleines Licht in der Staatengemeinschaft

Die globale Zusammenarbeit in der Umweltpolitik wird 40 Jahre alt – 1972 wurde auf der „Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen“ in Stockholm das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) aus der Taufe gehoben. Finanziert wird es durch Beiträge der Mitgliedsstaaten der UN – doch die bereitstehenden Summen sind eher Peanuts.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die globale Zusammenarbeit in der Umweltpolitik wird 40 Jahre alt.
  • Gemessen an ihrer Finanzkraft tragen die USA und Japan nur wenig zur Finanzierung des Environment Fund bei, Tendenz sinkend.
  • Aus allen Finanzierungsquellen zusammen, das reguläre Budget eingerechnet, standen dem UNEP im Jahr 2011 insgesamt rund 230 Millionen Dollar zur Verfügung.
Zur detaillierten Fassung

Grundsätze für den internationalen Umweltschutz erarbeiten, Umweltdaten sammeln und analysieren sowie internationale Verhandlungen koordinieren, an deren Ende am besten auch ein multilaterales Abkommen herauskommt – das sind die wichtigsten Aufgaben des Umweltprogramms der UN mit Sitz im kenianischen Nairobi.

Das Programm wird hauptsächlich durch freiwillige Beiträge der Mitgliedsstaaten finanziert, sei es durch zweckgebundene Gelder oder Zuwendungen für den Environment Fund. Gegen Ende der 1990er Jahre sank die Spendierlaune allerdings. Dieser Abwärtstrend hat sich jedoch schnell wieder gedreht – seit im Jahr 2002 eine Rangliste eingeführt wurde, welches Land wie viel in den Umweltfonds einzahlt. Auch die Anzahl der Geber hat sich von 79 im Jahr 2001 auf 122 im Jahr 2003 kurzfristig erhöht.

Die meisten Zuwendungen kamen zwischen 2001 und 2011 mit über 90 Millionen Dollar von den Niederlanden, gefolgt von Großbritannien und Deutschland (Grafik).

Gemessen an ihrer Finanzkraft tragen die USA und Japan nur wenig zur Finanzierung des Environment Fund bei, Tendenz sinkend.

Auch aufstrebende Volkswirtschaften wie China, Indien oder Brasilien sind eher knausrig – vor allem die Chinesen befürchten zu viel Einfluss aus Nairobi auf ihre eigene Umweltpolitik. Unterm Strich kam der Fonds im Jahr 2011 auf etwa 80 Millionen Dollar.

Die seit einigen Jahren wichtigsten Geldquellen für das UNEP sind allerdings die zweckgebundenen Zuwendungen – 2011 beliefen sie sich auf 125 Millionen Dollar. Das Geld kommt sowohl von einzelnen Staaten als auch von internationalen Organisationen und privaten Unternehmen. Die größten Beiträge leisteten 2011 die norwegische Regierung und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (je rund 20 Millionen Dollar) sowie die Europäische Union (rund 18 Millionen Dollar). Der deutsche Bayer-Konzern zahlte immerhin 862.000 Dollar.

Aus allen Finanzierungsquellen zusammen, das reguläre Budget eingerechnet, standen dem UNEP im Jahr 2011 insgesamt rund 230 Millionen Dollar zur Verfügung.

Im Vergleich zu anderen UN-Institutionen ist das wenig, sehr wenig sogar. Sowohl das UN-Entwicklungsprogramm als auch das UN-Welternährungsprogramm haben mit jeweils jährlich gut 5 Milliarden Dollar einen zwanzigmal so hohen Etat.Obwohl das UNEP über die Jahre hinweg immer mehr Beiträge eingesammelt hat, ist es daher nur ein kleines Rädchen im Getriebe der Umweltschutzbemühungen.

Soll das Umweltprogramm einflussreicher werden, braucht es dringend eine bessere finanzielle Ausstattung. Und daran muss es auch nicht scheitern: Vor allem die Europäer sind offenbar bereit, das UNEP zu einem starken Organ zu machen – haben sie doch in der Vergangenheit von Jahr zu Jahr mehr in den Umweltfonds eingezahlt.

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