Gesundheit Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Eigenverantwortung bleibt das A und O

In Deutschland wurden zuletzt fast 6 Milliarden Euro in Maßnahmen gesteckt, die dafür sorgen sollen, dass Menschen nicht erkranken. Rund 15 Prozent dieser Ausgaben für die Gesundheitsförderung schultern Unternehmen. Der Erfolg steht und fällt allerdings mit der Eigenverantwortung jedes Einzelnen.

Kernaussagen in Kürze:
  • In Deutschland wurden zuletzt fast 6 Milliarden Euro in Maßnahmen gesteckt, die dafür sorgen sollen, dass Menschen nicht erkranken.
  • Studien kommen zu dem Ergebnis, dass durch Gesundheitsförderung tatsächlich Gesundheitsrisiken reduziert, Krankheitshäufigkeiten gesenkt und gesundheitsbewusste Verhaltensweisen gefördert wurden.
  • Inwieweit sich diese Investitionen betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich rechnen, ist schwer zu sagen.
Zur detaillierten Fassung

Rückenschulungen, Sport, Ernährungstipps, Raucherentwöhnung und vieles mehr bieten deutsche Firmen ihren Mitarbeitern an, um sie fit zu halten. Dabei passen die Personalabteilungen der Unternehmen den Maßnahmenkatalog an die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort an. Ein Programmierer, der ständig vor seinem PC sitzt, benötigt vielleicht öfter mal eine Nackenmassage, ein Lkw-Fahrer dagegen ist mit einer Beratung über eine gesunde Ernährung besser bedient (Grafik).

Alles in allem haben deutsche Unternehmen für Gesundheitsförderungsmaßnahmen 2012 rund 850 Millionen Euro ausgegeben.

Inwieweit sich diese Investitionen betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich rechnen, ist schwer zu sagen. Wie will man z.B. den gesundheitlichen Nutzen eines betrieblichen Fitnessstudios messen, wenn der Mitarbeiter auch nach Feierabend Sport treibt. Außerdem zahlen sich bestimmte Maßnahmen vielfach erst nach Jahren oder Jahrzehnten aus – was genau geholfen hat, lässt sich dann kaum noch feststellen.

All das muss man im Hinterkopf haben, wenn man Studien zum Kos­ten-Nutzen-Verhältnis (Return on Invest) der Gesundheitsförderung betrachtet. Ein Beispiel:

Studie des Instituts für Gesundheit und Arbeit (iga). Eine Auswertung von mehr als 1.050 Einzelstudien, die in den Jahren 2000 bis 2006 erschienen sind, kommt zu dem durchaus ermutigenden Ergebnis, dass durch Gesundheitsförderung tatsächlich Gesundheitsrisiken reduziert, Krankheitshäufigkeiten gesenkt und gesundheitsbewusste Verhaltensweisen gefördert wurden.

Die iga-Auswertung macht allerdings auch deutlich, wie schwierig es ist, den Nutzen solcher Maßnahmen exakt zu beziffern. Demnach könnte 1 Euro, der in die Gesundheitsförderung investiert wird, einen Nutzen von 2,30 Euro bringen – oder auch von 5,90 Euro.

Ähnlich große Spannen zeigen sich bei den Fehlzeiten. Im ungünstigsten Fall verringert sich die Zahl der Ausfalltage trotz Gesundheitsförderung kaum, im besten Fall reduziert sie sich um das Zehnfache.

Auch für den – im Gegensatz zur freiwilligen betrieblichen Gesundheitsförderung – gesetzlich geregelten Arbeitsschutz ist es schwierig, eine Kos­ten-Nutzen-Rechnung aufzumachen. Ein Beispiel:

Studie der Universität Gießen und des Instituts für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). In den Jahren 2010 und 2011 wurden mehr als 300 Unternehmen in 19 Ländern danach gefragt, wie hoch sie beim betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz den Return on Invest einschätzen. Demnach mache sich jeder Euro, der in die betriebliche Prävention investiert wird, im Durchschnitt mit 2,20 Euro bezahlt, schreiben die Autoren des Forschungsberichts – um schon im nächsten Absatz ihre Aussage wieder zu relativieren: Die Ergebnisse dürften nicht überinterpretiert werden – denn sie beruhten letztlich auf Einschätzungen.

Der Forschungsbericht plädiert daher für weitere nationale und internationale Forschungen auf dem Gebiet der Präventionsbilanzierung.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de