Flexible Arbeitszeitmodelle 23.02.2012 Lesezeit 2 Min Lesezeit 1 Min

Egal wo, egal wann

Telearbeit und flexible Arbeitszeiten sind heute schon in vielen Betrieben Alltag. Und die Flexibilität wird zunehmen: Im Jahr 2030 könnten Arbeitnehmer bereits mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit zu Hause verbringen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Telearbeit und flexible Arbeitszeiten sind heute schon in vielen Betrieben Alltag.
  • Mitarbeiter, die ihren Arbeitsort frei wählen können, sind nicht nur produktiver, zufriedener und gesünder, sondern sparen darüber hinaus auch noch Zeit und Kosten und senken den CO2-Ausstoß.
  • Vor allem in asiatischen Ländern werden flexible Arbeitszeitmodelle noch ziemlich zurückhaltend gehandhabt.
Zur detaillierten Fassung

Während der Chef aus dem Home-Office eine E-Mail ins Büro schickt, planen dort in der Kaffeeküche drei Kollegen den nächsten „Tag der offenen Tür“. Andere Angestellte wiederum sind – ausgerüstet mit Smartphone und Laptop – auf dem Weg zu Kunden.

Was die „Anywhere Working Week“ ab dem 27. Februar in Großbritannien propagiert, ist am neuen Siemens-Standort in Düsseldorf längst Arbeitsalltag: Alle Beschäftigten wählen ihren Arbeitsort frei aus – das heißt, am Firmenstandort teilen sich die Mitarbeiter die Büros, ansonsten arbeiten sie von Zuhause aus oder von unterwegs. Denn dank Handy, Blackberry und PC ist es meist egal, wo jemand seinen Job erledigt. Und es geht noch besser:

Mitarbeiter, die ihren Arbeitsort frei wählen können, sind nicht nur produktiver, zufriedener und gesünder, sondern sparen darüber hinaus auch noch Zeit und Kosten und senken den CO2-Ausstoß.

In Deutschland spielen allerdings andere Motive eine wichtige Rolle für flexible Arbeitszeiten, wie eine Studie des Bürodienstleisters Regus ergab, der 17.000 Unternehmen in 80 Ländern nach ihren Erwartungen und Erfahrungen mit Telearbeit und variablen Arbeitszeitmodellen befragt hat (Grafik):

Fast 90 Prozent der deutschen Unternehmen finden, dass flexible Arbeitszeitmodelle der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf dienen.

Aspekte wie die Attraktivität als Arbeitgeber sind deutschen Betrieben hingegen nicht so wichtig – jedenfalls im internationalen Vergleich. In den USA und Kanada glauben mit etwa 30 Prozent immerhin doppelt so viele Unternehmen wie in Deutschland, sie könnten sich mithilfe flexibler Jobmodalitäten einen größeren externen Talentpool eröffnen.

Obwohl weltweit fast alle Betriebe die Vorteile von mobilen Arbeitsplätzen anerkennen, ist die Akzeptanz dafür noch recht unterschiedlich ausgeprägt.

Vor allem in asiatischen Ländern werden flexible Arbeitszeitmodelle noch ziemlich zurückhaltend gehandhabt.

Zwei Drittel der chinesischen Unternehmen sind zum Beispiel der Meinung, flexibles Arbeiten sollte nur Mitarbeitern mit entsprechend langer Betriebszugehörigkeit ermöglicht werden. In den USA und in Europa überwiegt dagegen die Vorstellung, dass jeder Beschäftigte – unabhängig vom Alter oder der Dauer der Beschäftigung – von den modernen Arbeitsbedingungen profitieren sollte.

So oder so – die Zukunft der Arbeit wird immer flexibler. Die Arbeitsexpertin Marie Puybaraud von Johnson Controls in London hat dazu eine Vision: „Wir werden im Jahr 2030 mehr als die Hälfte unserer Arbeitszeit zu Hause verbringen, allerdings virtuell immer mit unserer Arbeitswelt verbunden bleiben. Das Büro wird zu einer Art Knotenpunkt, an dem sich Mitarbeiter treffen, austauschen und planen.“

Das hat auch Folgen für die Vorgesetzten: Sie müssen lernen, Menschen zu führen, die sie monatelang nicht sehen.

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