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Weltwirtschaft Lesezeit 2 Min.

Dynamik der globalen Konjunktur lässt nach

Die globale Konjunktur hat sich im abgelaufenen Jahr robust gezeigt. Doch angesichts vieler Unsicherheitsfaktoren dürfte sich das Wachstum der Weltwirtschaft 2026 deutlich abschwächen – dieser Trend zieht sich quer durch alle großen Wirtschaftsräume.

Kernaussagen in Kürze:
  • Unter anderem aufgrund des zunehmenden Protektionismus wird das reale Wachstum der Weltwirtschaft 2026 voraussichtlich auf 2 Prozent zurückgehen.
  • Der Welthandel dürfte sogar nur noch um 1,5 Prozent expandieren.
  • In den USA macht sich nicht zuletzt der schwächelnde Arbeitsmarkt bemerkbar, in China spielt die die hausgemachte Strukturkrise eine wesentliche Rolle. Und die Wirtschaft im Euroraum leidet unter der Verunsicherung durch die geopolitische Lage.
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Für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft ist es entscheidend, wie sich die internationale Konjunktur entwickelt. Die aktuelle IW-Auslandsprognose verdeutlicht, dass es um die weltwirtschaftliche Dynamik nicht allzu gut bestellt ist.

Zwar dürfte das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 noch um 2,5 Prozent zugelegt haben, der Welthandel sogar um 4,5 Prozent. Dies liegt allerdings wohl unter anderem daran, dass Unternehmen in vielen Ländern Handelsgeschäfte vorgezogen haben, um den von den USA angedrohten massiven Zollerhöhungen zuvorzukommen. Inzwischen macht sich der zunehmende Protektionismus immer stärker bemerkbar. In Zahlen (Grafik):

Das reale Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung wird im Jahr 2026 voraussichtlich auf 2 Prozent zurückgehen.

Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts in ausgewählten Ländern und Regionen gegenüber dem Vorjahr in Prozent Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Der Welthandel dürfte sogar nur noch um 1,5 Prozent expandieren.

Das reale Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung wird im Jahr 2026 voraussichtlich auf 2 Prozent zurückgehen, der Welthandel dürfte sogar nur noch um 1,5 Prozent expandieren.

Neben der US-Zollpolitik spielen dabei auch potenzielle Unterbrechungen der internationalen Lieferketten – etwa, weil China die Ausfuhr kritischer Rohstoffe beschränkt – und steigende Zinslasten eine Rolle. Außerdem könnte ein Schock an den Finanzmärkten drohen, wenn sich der KI-Investitionsboom nicht dauerhaft in entsprechenden Gewinnen niederschlägt.

Die konkreten Aussichten für einige Länder und Regionen in Kürze:

USA. Die US-Konjunktur verlangsamt sich 2026 deutlich. Darauf deutet unter anderem das gesunkene Konsumentenvertrauen hin. Dies wiederum dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass die Verbraucher in den USA einen großen Teil der Preissteigerungen schultern müssen, die sich aus den Zollerhöhungen ergeben. Zudem schwächelt der US-Arbeitsmarkt – mit 4,6 Prozent erreichte die Arbeitslosenquote im November 2025 den höchsten Wert seit September 2021.

China. Die chinesische Wirtschaft leidet unter der US-Handelspolitik, aber auch unter der hausgemachten Strukturkrise, beispielsweise in der Immobilienbranche. Die Regierung in Peking versucht zwar, mit fiskalischen und geldpolitischen Impulsen gegenzusteuern, die Binnennachfrage bleibt aber schwach. Das BIP wird deshalb 2026 real nur um 4,3 Prozent zulegen – ein für chinesische Verhältnisse niedriger Wert.

Euroraum. Hier steht die Verunsicherung durch die geopolitische Lage einer zuletzt durch kräftige Lohnsteigerungen belebten Binnenkonjunktur gegenüber. Unterm Strich reicht das im neuen Jahr noch für ein preisbereinigtes Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent.

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