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Durch Gespräche zur Prämie

In 40 Prozent aller deutschen Unternehmen setzen sich Führungskraft und Mitarbeiter mindestens einmal im Jahr zusammen, um Ziele zu vereinbaren. Werden diese erreicht, zahlt sich das für den Mitarbeiter oft in barer Münze aus.

Kernaussagen in Kürze:
  • In 40 Prozent aller deutschen Unternehmen werden Zielvereinbarungen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter getroffen.
  • In Deutschland nutzen vor allem große Unternehmen Zielvereinbarungen zur Mitarbeiterführung, kleinere hinken noch hinterher.
  • In zwei von drei Fällen dient die Leistungsbewertung als Grundlage für Zulagen, Prämien oder Beförderungen.
Zur detaillierten Fassung

Zielvereinbarungen sind Gespräche zwischen Chef und Mitarbeiter, in denen beide Seiten ihre Erwartungen und Ansprüche abgleichen. Mit diesem Instrument der Personalführung werden Aufgaben priorisiert, es wird Wichtiges von weniger Wichtigem unterschieden.

Allerdings bereitet es immer wieder Schwierigkeiten, Ziele angemessen zu definieren. Denn diese sollten hinreichend konkret, verbindlich, messbar und vom Mitarbeiter beeinflussbar sein. Außerdem muss es Anreize geben, damit ein Mitarbeiter motiviert ist, seine Ziele zu erreichen, ohne dabei Routinearbeiten zu vernachlässigen.

In Deutschland nutzen vor allem große Unternehmen Zielvereinbarungen zur Mitarbeiterführung, kleinere hinken noch hinterher (Grafik). Dabei ist der Anteil der Mitarbeiter, deren Leistung auf diese Weise regelmäßig durch den Vorgesetzten bewertet wird, von 32 Prozent im Jahr 2004 auf 39 Prozent im Jahr 2011 gestiegen.

In zwei von drei Fällen dient die Leistungsbewertung als Grundlage für Zulagen, Prämien oder Beförderungen.

Das Konzept der Zielvereinbarungen ruft jedoch auch Kritik hervor. Problematisch sind insbesondere rein quantitative Vorgaben. In Sparkassen und Banken etwa sehen Mitarbeiter und Kunden die Bewertung der Anlageberater nach der Zahl der Vertragsabschlüsse gleichermaßen kritisch. Steht nur die Quantität und nicht die Qualität der Beratung im Vordergrund, leidet die Kundenzufriedenheit. Nicht zuletzt deshalb sinkt seit Jahren das Vertrauen der Anleger in die Banken und ihre Beratung.

Zusätzlich zur objektiven Leis­tung spielen daher auch subjektive Kriterien eine wichtige Rolle. Dadurch lassen Vorgesetzte in die Beurteilung auch sogenannte weiche Faktoren einfließen, zum Beispiel das Verhalten gegenüber Kunden.

Generell können Unternehmen mit einem transparenten und ziel­orientierten Leistungsmanagement ihre Mitarbeiter besser binden und motivieren als andere Firmen. Akzeptiert wird das Verfahren vor allem dann, wenn die Ziele die Firmenstrategie widerspiegeln und gleichzeitig der individuellen Situation der Mitarbeiter gerecht werden.

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