Klimawandel Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Drohende Gefahren

Selbst wenn die Folgen des Klimawandels in Deutschland weniger dramatisch ausfallen sollten als in anderen Ländern, werden sich Bevölkerung und Wirtschaft doch umstellen müssen. Die Unternehmen jedenfalls denken schon heute darüber nach, was auf sie zukommen könnte.

Kernaussagen in Kürze:
  • Das IW-Köln hat mehr als 160 Umweltexperten der Wirtschaft befragt, welche Folgen der Klimawandel für Firmen haben könnte, die mit ausländischen Partnern zusammenarbeiten.
  • 50 bis 70 Prozent der Befragten glauben, dass sich in Sachen Beschaffung, Produktion, Absatz und Logistik nichts ändert.
  • Rund 40 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass die Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten aus dem Ausland aufgrund des Klimawandels schwieriger wird.
Zur detaillierten Fassung

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat im September 2013 mehr als 160 Umweltexperten der Wirtschaft befragt, welche Folgen der Klimawandel für Firmen haben könnte, die mit ausländischen Partnern zusammenarbeiten. Geantwortet haben vor allem die Fachleute großer Unternehmen.

Zwar glauben 50 bis 70 Prozent der Befragten, dass sich in Sachen Beschaffung, Produktion, Absatz und Logistik nichts ändert. Die übrigen Firmen wittern jedoch jede Menge Gefahren (Grafik):

  • Knapp jeder zweite Befragte glaubt, dass die Verkehrsverbindungen im Ausland beeinträchtigt werden könnten (Grafik). Das würde nicht nur die deutsche Import- und Exportwirtschaft treffen. Auch die ausländischen Produktionsstätten deutscher Unternehmen könnten ihre Erzeugnisse nicht mehr reibungslos an den Mann oder die Frau bringen.
  • Rund 40 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass die Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten aus dem Ausland aufgrund des Klimawandels schwieriger wird.
  • Verändern dürften sich auch die Absatzmärkte, doch darauf will sich die Wirtschaft mit einer neuen Produktpalette einstellen – beispielsweise mit anderen Baumaterialien, anderen Pflanzenschutzmitteln oder effizienteren Klimaanlagen. Deshalb hält sich die Zahl der Umweltexperten, die mit positiven bzw. negativen Folgen für die Absatzmärkte ihrer Unternehmen rechnen, in etwa die Waage.
  • Die Produktion und die Produktionsanlagen sind nach Ansicht vieler Experten ebenfalls an den Klimawandel anzupassen – im In- und Ausland. Wenn einige Gebiete häufiger von Hochwasser bedroht werden, dann wird der eine oder andere Betrieb seinen Hochwasserschutz verstärken oder sogar seinen angestammten Firmensitz verlassen. Kurzfristige Lieferbeziehungen können nicht mehr verlässlich geplant werden, wenn Straßen öfter unpassierbar sind oder Stromleitungen heruntergerissen werden. Dass solche Anpassungsmaßnahmen auch vor der eigenen Tür stattfinden müssen, befürchtet immerhin fast jedes vierte deutsche Unternehmen.

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