Einkommensstarke Haushalte Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

DINK und DINKY

Die berühmten „oberen 10 Prozent“ unterscheiden sich vor allem in zwei wesentlichen Punkten von den Normalhaushalten in Deutschland. Welche das sind, zeigt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die berühmten „oberen 10 Prozent“ unterscheiden sich vor allem in zwei wesentlichen Punkten von den Normalhaushaltenin Deutschland.
  • Jeder zweite Reiche wohnt mit einem Partner in einem Haushalt ohne Kinder, ein Viertel davon sind DINKs oder DINKYs,also Doppelverdiener, die nie Kinder hatten oder noch keine haben – auf Englisch: Double Income, No Kids (Yet).
  • Vor einem Vierteljahrhundert lebte noch fast jeder dritte Topverdiener in einem Haushalt mit Nachwuchs.
Zur detaillierten Fassung

Die Meinungen darüber, ab welchem Einkommen von Reichtum gesprochen werden kann, gehen weit auseinander. Man kann sich diesem Thema jedoch anhand des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) annähern. Das ist eine jährliche Befragung von 27.000 Bundesbürgern in 12.000 Haushalten. Damit lässt sich ermitteln, ab welchem Einkommen man jeweils zu den reichsten 10 Prozent, 5 Prozent oder 1 Prozent der Bevölkerung gehört.

Demnach zählte 2011 ein Single bereits dann zum reichsten Zehntel der Deutschen, wenn er über ein Nettoeinkommen von 3.080 Euro im Monat verfügte. Die Einkommensgrenze zu den reichsten 5 Prozent lag zu dem Zeitpunkt bei 3.760 Euro, und das reichste 1 Prozent der deutschen Bevölkerung verfügte 2011 über ein bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen von mehr als 6.220 Euro pro Monat. Dieser Grenzwert würde sich auch dann nicht ändern, wenn einige ultrareiche Milliardäre zusätzlich in der Stichprobe befragt würden.

Für die oberen 10 Prozent hat das IW Köln das SOEP auch nach Haushaltstyp und Haushaltseinkommen durchforstet. Dadurch bekommt man eine recht gute Vorstellung, um wen es sich bei „den Reichen“ handelt (Grafik).

Haushaltstyp. Jeder zweite Reiche wohnt mit einem Partner in einem Haushalt ohne Kinder, ein Viertel davon sind DINKs oder DINKYs, also Doppelverdiener, die nie Kinder hatten oder noch keine haben – auf Englisch: Double Income, No Kids (Yet). Wenn man dann noch die Singles zu dieser Gruppe hinzurechnet, so leben heutzutage in acht der zehn einkommensstärksten Haushalte keine Kinder. Das war nicht immer so. Vor einem Vierteljahrhundert lebte noch fast jeder dritte Topverdiener in einem Haushalt mit Nachwuchs.

Haushaltseinkommen. Rund sieben von zehn einkommensstarken Haushaltsvorständen sind erwerbstätig – oft in Führungspositionen. Denn das Haushaltsbruttoeinkommen der Topverdiener beträgt im Schnitt 10.500 Euro im Monat. Davon bleiben nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben sowie einschließlich Transfers wie Kindergeld am Ende 7.100 Euro übrig.

Einkommensentwicklung. In realen Preisen – also kaufkraftberei­nigt – betrug das durchschnittliche Bruttoeinkommen eines Topverdienerhaushalts 1992 erst 8.200 Euro. Netto blieben davon 5.700 Euro übrig, also 69,5 Prozent. Heute allerdings haben die Reichen lediglich 67,6 Prozent vom Brutto – sie sind also stärker in die Finanzierung des Staates eingebunden als früher.

Der reale Einkommenszuwachs ist überdies Mitte der 2000er Jahre zum Stillstand gekommen. Seitdem tut sich – nicht zuletzt aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise – kaum noch etwas.

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