Frauenquote Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Dieser Weg wird steinig und schwer

Seit Januar 2016 müssen in Deutschland börsennotierte Unternehmen freie Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, bis ihr Anteil in diesem Gremium 30 Prozent ausmacht. Darüber hinaus gilt für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen – mit dem Ziel der Geschlechterparität. In den vergangenen beiden Jahren haben es zwar mehr Frauen in Aufsichtsräte, Vorstände und Leitungsstellen geschafft, aber bis hier ein Gleichgewicht erreicht ist, dürften noch einige Jahrzehnte vergehen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen von Deutschlands börsennotierten Unternehmen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Er liegt dennoch nur bei 6,7 Prozent.
  • In den Bundesbehörden besetzen Frauen nur ein Drittel der leitenden Posten, obwohl mehr als die Hälfte der Belegschaft weiblich ist.
  • Es wird noch Jahre dauern, bis das Verhältnis zwischen Männern und Frauen in Führungspostionen ausgeglichen sein wird.
Zur detaillierten Fassung

Der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen von Deutschlands börsennotierten Unternehmen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen: In den 160 Dax-, MDax-, SDax- und TecDax-Unternehmen arbeiteten zum Stichtag 1. Januar 2017 insgesamt 45 weibliche Vorstände und damit sechs mehr als ein Jahr zuvor und sogar elf mehr als Anfang 2015, so die aktuelle Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst und Young (EY).

Den 45 Frauen in den Vorstandsgremien der Unternehmen stehen aber 630 Männer gegenüber. Der Frauenanteil liegt damit bei 6,7 Prozent – vor einem Jahr waren es 5,9 Prozent (Grafik).

Den mit Abstand höchsten Frauenanteil weisen die Dax-Vorstände mit 11,3 Prozent auf, gefolgt vom SDax, wo er bei 5,9 Prozent liegt, dem MDax (4,3 Prozent) und dem TecDax (3,9 Prozent). Noch sind gut drei Viertel der Vorstandsgremien der börsennotierten Unternehmen ausschließlich mit Männern besetzt – lediglich in 24,4 Prozent der Unternehmen sitzt mindestens eine Frau im Vorstand – vor einem Jahr waren es 22,5 Prozent. EY rechnet damit, dass es noch bis 2047 dauert, bis ein Drittel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt ist.

Die Zahl der Frauen in Führungspositionen steigt langsam an. Dennoch wird es noch viele Jahre dauern, bis ein Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen hergestellt ist.

Leichte Fortschritte im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst geht es ebenfalls nur langsam voran: Seit das Gesetz für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesverwaltung sowie in den Unternehmen und Gerichten des Bundes im Jahr 2015 erlassen wurde, erhebt das Statistische Bundesamt jährlich die Daten für den Gleichstellungsindex. Damit soll vor allem für Führungspositionen in den obersten Bundesbehörden dokumentiert werden, wie weit die Gleichstellung von Frauen und Männern vorangekommen ist.

Zu den obersten Bundesbehörden gehören neben den 14 Bundesministerien auch das Bundespräsidialamt, die Bundestagsverwaltung, das Sekretariat des Bundesrats, das Bundesverfassungsgericht, der Bundesrechnungshof, das Bundeskanzleramt, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.

Die Zahl aller Beschäftigten in den 23 obersten Bundesbehörden belief sich zum Stichtag 30. Juni 2016 auf gut 24.500 Personen, darunter fast 13.200 weibliche Beschäftigte, also 54 Prozent. In der Laufbahngruppe des höheren Dienstes hatten zu diesem Zeitpunkt knapp 2.500 Beschäftigte eine Vorgesetzten- oder Leitungsfunktion. Nur ein Drittel davon waren Frauen (Grafik):

Insgesamt beschäftigen 20 der 23 obersten Bundesbehörden weniger Frauen als Männer in Leitungsfunktionen, obwohl der Anteil der Frauen an allen Beschäftigten dort teilweise mehr als 70 Prozent beträgt.

Verglichen mit 2015 ist der Anteil an Frauen in Führungspositionen im Bundeskanzleramt um 2 Prozentpunkte auf 29 Prozent gesunken. In den übrigen obersten Bundesbehörden stieg der Anteil leicht an. Der Frauenanteil an Referatsleitungen stieg insgesamt um etwas über 1 Prozentpunkt auf 36 Prozent, der an Unterabteilungsleitungen um fast 3 Prozentpunkte auf 26 Prozent.

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