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Dienstleister besonders engagiert

Drei Viertel der Unternehmen in Deutschland sorgen dafür, dass die Beschäftigten ihr Wissen auf den neuesten Stand bringen können. Das Engagement ist jedoch in den einzelnen Branchen unterschiedlich groß.

Kernaussagen in Kürze:
  • Drei Viertel der Unternehmen in Deutschland sorgen dafür, dass die Beschäftigten ihr Wissen auf den neuesten Stand bringen können.
  • Im Finanz- und Versicherungssektor waren zuletzt 90 Prozent der Unternehmen in Sachen Weiterbildung aktiv – im Baugewerbe dagegen nur 65 Prozent.
  • Die Finanz- und Versicherungsdienstleister gaben je Beschäftigten im Jahr 2010 mehr als 1.400 Euro für Weiterbildungsmaßnahmen aus, die Betriebe des Gastgewerbes gerade einmal 228 Euro.
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Nicht zuletzt weil Fachkräfte in vielen Wirtschaftsbereichen knapp sind, legen sich die meisten Unternehmen bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ins Zeug. Dies zeigt der Continuing Vocational Training Survey, dessen neueste Ergebnisse für Deutschland vor kurzem vom Statistischen Bundesamt vorgelegt wurden. Laut dieser Umfrage – die Weiterbildung allerdings etwas enger abgrenzt als die IW-Weiterbildungserhebung (vgl. iwd 14/2013) – gaben im Jahr 2010 rund 73 Prozent der Unternehmen in der Bundesrepublik ihren Beschäftigten die Möglichkeit, sich in Seminaren, auf Informationsveranstaltungen oder durch Schulungen am Arbeitsplatz neues Wissen anzueignen. Allerdings unterscheidet sich der Einsatz je nach Branche erheblich (Grafik):

Im Finanz- und Versicherungssektor waren zuletzt 90 Prozent der Unternehmen in Sachen Weiterbildung aktiv – im Baugewerbe dagegen nur 65 Prozent.

Die Industrie lag im Jahr 2010 leicht unter dem Durchschnitt – hier boten 72 Prozent der Firmen ihren Mitarbeitern Lehrveranstaltungen und andere Maßnahmen an. Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes gab es jedoch große Unterschiede – während in den Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnologie gut 83 Prozent der Betriebe auf Fortbildung setzten, waren es in der Textilbranche lediglich 53 Prozent.

Im Schnitt hat sich in den Unternehmen, die Weiterbildungen anboten, knapp die Hälfte der Beschäftigten daran beteiligt. Besonders hoch war die Teilnahmequote mit jeweils deutlich mehr als 50 Prozent unter anderem bei den Informations- und Kommunikationsdienstleistern sowie in der Energie- und Wasserversorgung.

Fast alle Firmen vermitteln in erster Linie technische oder praktische Kompetenzen für die tägliche Arbeit – im Bergbau zum Beispiel entfielen darauf zwei Drittel aller Weiterbildungsstunden. Eine große Rolle spielt aber auch die Kunden­orientierung – im Einzelhandel sowie im Gastgewerbe nahm das Thema fast die Hälfte der Fortbildungszeit in Anspruch.

Für alle Lehrveranstaltungen investierten die weiterbildungsaktiven Unternehmen im Schnitt 734 Euro je Beschäftigten. Davon entfiel etwa die Hälfte auf die direkten Kosten der Veranstaltungen und die andere Hälfte auf jene Kosten, die dem Betrieb durch die ausgefallene Arbeitszeit entstanden.

Die Finanz- und Versicherungsdienstleister gaben je Beschäftigten im Jahr 2010 mehr als 1.400 Euro für Weiterbildungsmaßnahmen aus, die Betriebe des Gastgewerbes gerade einmal 228 Euro.

Je Teilnehmer gerechnet, betrugen die Weiterbildungskosten im Finanzsektor sogar fast 2.600 Euro, im Gastgewerbe waren es gut 500 Euro.

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