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Die zehn einfluss­reichsten Vordenker im deutschen Sprachraum

Wer prägt mit seinen Ideen die Welt – und Deutschland? Dieser Frage geht alljährlich das Schweizer Gottlieb Duttweiler Institut nach. Mithilfe einer softwaregestützten Analyse von Relevanz im Internet kommt es zu überraschenden Ergebnissen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Papst Franziskus war 2016 sowohl im deutschsprachigen Raum als auch weltweit der einflussreichste Vordenker.
  • Das Schweizer Gottlieb Duttweiler Institut ermittelt die sogenannten Thought Leaders auf Basis einer Messung von Relevanz im Internet.
  • Auf Platz zwei landete in Deutschland Modeschöpfer Karl Lagerfeld, auf Platz drei Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller – nicht in das Ranking aufgenommen werden Politiker und Unternehmer.
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Da wird seit Jahrzehnten über den schwindenden Einfluss der Kirche geklagt – und dann das: Gleich zwei Päpste sind 2016 im „Influence Ranking“ für den deutschsprachigen Raum in den Top Ten gelandet. Das aktuelle Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Franziskus, übte im vergangenen Jahr den größten Einfluss auf die Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Franziskus‘ Vorgänger Papst Benedikt ist auch drei Jahre nach seinem Rücktritt noch die neunteinflussreichste Persönlichkeit zwischen Nordseeküste und Alpen, wie das Schweizer Gottlieb Duttweiler Institut ermittelt hat.

Papst Franziskus ist der einflussreichste Denker weltweit – und auch in Deutschland.

Wie sehr Mode und Kunst das Denken der Menschen prägen können, zeigt sich auf Platz zwei des „Thought Leader Index“: Dort landete 2016 der inzwischen 83-jährige Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Und auch die Literatur hat ihre Stimme: Die deutsche Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller ist die drittwichtigste Vordenkerin im deutschsprachigen Raum. Der amerikanische Linguist und Globalisierungskritiker Noam Chomsky belegt Platz vier.

Papst Franziskus führt nicht nur das deutsche, sondern auch das globale Ranking als Thought Leader an. Dort folgen ihm auf den Plätzen der Dalai Lama und – man höre und staune – der ehemalige Schachweltmeister und heutige russische Oppositionelle Garry Kasparov.

Die Methode „Thought Leader“

Doch wie misst man eigentlich so etwas Abstraktes wie den Einfluss auf das Denken, die Meinungen und Ideen der Menschen? Das in Zürich ansässige Gottlieb Duttweiler Institut nutzt dazu einen interessanten Ansatz: Eine spezielle Software wertet aus, wem es besonders gut gelingt, relevante Diskurse über sein Fachgebiet hinaus in die digitale Welt zu tragen und zu verbreiten – konkret im Web, über Wikipedia und auf Twitter.

Infrage kommen als Thought Leaders tatsächlich nur Denker – wer die Welt hauptsächlich über sein Handeln beeinflusst, also zum Beispiel Politiker, Unternehmer und Manager, wird nicht in die Auswertung einbezogen.

Dass im Deutschland-Ranking vergleichsweise viele fremdsprachige Vordenker auftauchen, ist kein Zufall: Mit 105 Millionen deutschen Muttersprachlern ist der deutsche Sprachraum recht klein, außerdem erlernen Schüler in Deutschland in der Regel im Schnitt zwei Fremdsprachen – in den USA dagegen weniger als eine.

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Gottlieb Duttweiler Institut: Global Thought Leaders – Die einflussreichsten Ideengeber der Welt

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