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Die Wohnungsnot der Senioren

Die meisten Wohnungen, in denen ältere Menschen leben, sind nicht barrierefrei. Da zudem der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum künftig kräftig steigen wird, addieren sich die nötigen Investitionen für Neubauten und Renovierungsmaßnahmen in den kommenden 20 Jahren auf annähernd 40 Milliarden Euro.

Kernaussagen in Kürze:
  • Da der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum künftig kräftig steigen wird, addieren sich die nötigen Investitionen in den kommenden 20 Jahren auf annähernd 40 Milliarden Euro.
  • Ob zur Miete oder im Eigenheim, 93 Prozent der über 65-Jährigen und zwei Drittel der über 90-Jährigen wohnen nicht altersgerecht.
  • Bis 2030 wird circa jeder vierte Bundesbürger älter als 65 Jahre sein - die Zahl der über 80-Jährigen steigt wohl um mehr als 50 Prozent.
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Kisten packen und Möbel schleppen, die gewohnte Umgebung verlassen und irgendwo anders neu anfangen – was für junge Menschen eher verlockend klingt, ist für die älteren Generationen meist ein Graus. Deshalb nehmen viele lieber größere Einschränkungen in ihrer Wohnung sowie ihrem Umfeld in Kauf und bleiben, wo sie sind.

Ob zur Miete oder im Eigenheim, 93 Prozent der über 65-Jährigen und zwei Drittel der über 90-Jährigen wohnen nicht altersgerecht.

Von den insgesamt 11 Millionen Seniorenhaushalten in Deutschland sind lediglich 5 Prozent barrierefrei. Die stetig schrumpfende und gleichzeitig alternde Gesellschaft verschärft das Wohnraumproblem für Ältere in den nächsten Jahren:

Bis 2030 wird circa jeder vierte Bundesbürger älter als 65 Jahre sein. Die Zahl der über 80-Jährigen steigt wohl um mehr als 50 Prozent.

Bis 2035 werden zusätzlich etwa 2,5 Millionen altersgerechte Wohnungen benötigt – also mehr als das Vierfache von heute. Zusätzlich wird die Zahl der Pflegebedürftigen steigen – und damit auch die Nachfrage nach angemessenen Wohnformen.

Als altersgerecht gelten Wohnungen, wenn sie keine Stufen und Schwellen haben, ausreichend Bewegungsfläche in den Sanitäranlagen bieten und über eine bodengleiche Dusche verfügen. Auch der Zugang zur Wohnung muss weitgehend barrierefrei sein. Neubauten müssen diese Anforderungen bereits heute für eine Etage erfüllen.

Wie hoch die Kosten einer altersgerechten Sanierung im Einzelnen sind, hängt von Baujahr, Größe und Lage der Wohnung ab. Für Deutschland beläuft sich der Investitionsbedarf bis 2035 insgesamt auf knapp 39 Milliarden Euro (Grafik). Unterstützt werden die nötigen Modernisierungen von der KfW Bankengruppe. Dort kann ein Kredit beantragt werden, um Barrieren in der Wohnung zu reduzieren.

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