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Die Weichen werden früh gestellt

Der Berufsweg, den ein Mensch in jungen Jahren einschlägt, entscheidet mit darüber, wie hoch das spätere Einkommen ist. Dass Männer und Frauen unterschiedliche Ausbildungsgänge bevorzugen, kann daher durchaus ein Grund für die vieldiskutierte Lohnlücke zwischen den Geschlechtern sein.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wer sich in Westdeutschland zum Elektroniker ausbilden lässt, erhält eine durchschnittliche Vergütung von rund 1.000 Euro pro Monat – angehende Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bekommen dagegen deutlich weniger als 700 Euro.
  • Die durchschnittliche Ausbildungsvergütung ist in Westdeutschland in den fünf bei Frauen beliebtesten Berufen 1,8 Prozent niedriger als in den fünf von Männern favorisierten Berufen. In Ostdeutschland beträgt diese Lohnlücke sogar 5,3 Prozent.
  • Auch nach der Ausbildung arbeiten Frauen oft in schlechter bezahlten Berufen – in den männerdominierten Hoch- und Tiefbauberufen zum Beispiel war das mittlere Bruttoentgelt für Vollzeitkräfte zuletzt 750 Euro höher als in den zu drei Vierteln von Frauen ausgeübten Verkaufsberufen.
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Manche Karrieren verlaufen alles andere als geradlinig, und über Menschen, die den Bürojob hinschmeißen und erfolgreiche Gastronomen werden, berichten die Medien gerne.

Doch in der Regel gilt: Wer nach einer Ausbildung oder einem Studium in einem Beruf Fuß gefasst hat, für den ist ein Neustart meist sehr mühsam und aufwendig. Nicht zuletzt fehlt im neuen Beruf die Erfahrung, was sich sowohl im Gehalt als auch in schlechteren Karrierechancen niederschlagen kann.

Jugendliche sollten sich daher vor dem Start ins Berufsleben über ihre Interessen, aber auch über die Verdienstaussichten im angepeilten Metier klarwerden. Schon bei der Berufsausbildung ist nicht nur die Vielfalt der Ausbildungsgänge groß, sondern auch das Vergütungsgefälle. Das gilt nicht zuletzt für die beliebtesten Berufe (Grafik):

Wer sich in Westdeutschland zum Elektroniker ausbilden lässt, verdient in dieser Zeit im Durchschnitt monatlich rund 1.000 Euro – angehende Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bekommen dagegen deutlich weniger als 700 Euro.

Weil Jungen und Mädchen in den meisten Fällen ganz unterschiedliche Berufe bevorzugen, gibt es schon während der Ausbildung eine gewisse Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern:

Die durchschnittliche Ausbildungsvergütung ist in Westdeutschland in den fünf bei Frauen beliebtesten Berufen 1,8 Prozent niedriger als in den fünf von Männern favorisierten Berufen. In Ostdeutschland beträgt diese Lohnlücke sogar 5,3 Prozent.

Im Laufe des Erwerbslebens öffnet sich die Schere oft noch weiter, unter anderem aufgrund unterschiedlicher Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. So sind erfahrungsgemäß die Karrierechancen und damit die Aussichten auf Gehaltszuwächse zum Beispiel für Industriemechaniker und Elektroniker größer als für Arzthelferinnen und Bürokauffrauen.

Dass Frauen in anderen, oftmals merklich schlechter bezahlten Berufen arbeiten als Männer, ist jedenfalls auch nach der Ausbildungsphase zu beobachten:

In Hoch- und Tiefbauberufen zum Beispiel, in denen nur 1,5 Prozent der Beschäftigten Frauen sind, betrug das mittlere Bruttoentgelt für Vollzeit­beschäftigte im Jahr 2013 gut 2.650 Euro pro Monat – in den Verkaufs­berufen mit einem Frauenanteil von annähernd 74 Prozent lag der Durchschnittsverdienst dagegen lediglich bei 1.900 Euro.

Um die geschlechterspezifische Lohnlücke zu schließen, wäre es also hilfreich, wenn Mädchen bei der Wahl ihres Ausbildungsgangs auch vermeintlich männertypische, das heißt technische Berufe stärker in Betracht ziehen würden.

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