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Die Unfallversicherung

Die Zahl der Arbeitsunfälle in der gewerblichen Wirtschaft ist seit 1990 stark gesunken. Auch die Beitragssätze zur gesetzlichen Unfallversicherung waren zuletzt rückläufig.

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Ob Arbeitsunfall, Berufskrankheit oder Berufsunfähigkeit – in solchen Fällen tritt die gesetzliche Unfallversicherung auf den Plan. Sie kümmert sich darum, dass der Verunglückte behandelt wird, in Reha kommt oder, wenn nichts mehr hilft, eine Rente erhält. Je nach Branche ist für die Arbeitnehmer eine eigene Berufsgenossenschaft zuständig. Auch auf dem Weg von der und zur Arbeit bietet die gesetzliche Unfallversicherung Schutz, obwohl weder die Arbeitgeber noch die Berufsgenossenschaften Einfluss auf das Verhalten der Mitarbeiter im Berufsverkehr nehmen können.

In den Unfallzahlen spiegelt sich nicht zuletzt das spezifische Risiko einzelner Wirtschaftszweige wider. Im Jahr 2014 reichte die Spanne von 13 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter in der Verwaltung bis zu 57 Unfällen am Bau. Überall hat sich seit der Wiedervereinigung das Risiko, in einen Arbeitsunfall verwickelt zu werden, kontinuierlich verringert.

Die gesetzliche Unfallversicherung wird allein von den Arbeitgebern finanziert. Denn die Leistungen der Berufsgenossenschaften sorgen dafür, dass die Unternehmen selbst nicht in Regress genommen werden. Der Beitragssatz in der Unfallversicherung ergibt sich rechnerisch aus dem Umlagesoll, das mit Rücksicht auf die branchen- und betriebsspezifischen Risiken kalkuliert wird, und der Entgeltsumme im Unternehmen. Die Belastungen schwanken je nach Branche zwischen 3,7 und 0,8 Prozent. Außerdem kann es Zu- oder Abschläge für betriebsspezifische Risiken geben.

Am häufigsten begründen Hauterkrankungen einen Verdacht auf eine Berufskrankheit. Doch nicht jede Kontaktallergie kann auch dem Arbeitsumfeld zugeordnet werden. Und selbst bei Anerkennung als Berufskrankheit können die Symptome oftmals kuriert werden. Am schwerwiegendsten scheinen die anerkannten Atemwegserkrankungen zu sein – hier ist die Wahrscheinlichkeit einer Verrentung wegen Berufsunfähigkeit am höchsten.

Die Aufwendungen der Berufsgenossenschaften sind 2014 gegenüber dem Vorjahr zwar um 115 Millionen Euro gestiegen. Damit liegen sie aber nur 3 Prozent über dem Etat von 2010. Angesichts der ansonsten überproportional stark steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen ist das eine erfreuliche Nachricht. Zumal die Aufwendungen für Prävention nur einen Bruchteil der Wahrheit widerspiegeln, sind darin doch weder die Investitionen der Arbeitgeber in sichere Technik noch jene in ergonomische Arbeitsplätze oder in die Fortbildung der Mitarbeiter enthalten.

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