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Die Rendite im Blick

Durch die Flucht der Anleger in sichere Bundesanleihen und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bekommen Inves­toren derzeit für ihre Spargroschen nicht einmal einen Inflationsausgleich. Eine höhere Rendite erzielen Aktien, die sich momentan im Höhenflug befinden.

Kernaussagen in Kürze:
  • Durch die Flucht der Anleger in sichere Bundesanleihen und die Niedrigzinspolitik der EZB bekommen Investoren derzeit für ihre Spargroschen nicht einmal einen Inflationsausgleich.
  • Wer Anfang des Jahres 2012 die Summe von 10.000 Euro in DAX-Werte investierte, hatte ein Jahr später einen Depotwert von 12.800 Euro.
  • Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg spiegelt der derzeitige Kurs des DAX in etwa den 15-fachen Jahresgewinn der Konzerne wider.
Zur detaillierten Fassung

Nachdem der Deutsche Aktienindex (DAX) im März schon einmal die Marke von 8.000 Punkten durchbrach, bewegt er sich aktuell etwas darunter – gleichwohl ist er auf dem besten Weg, sein Rekordhoch vom 13. Juli 2007 zu knacken, als er 8.151 Punkte erreichte. Der DAX profitiert davon, dass die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen nur 1,3 Prozent beträgt, die Inflationsrate jedoch bei 1,5 Prozent liegt – Sparer also derzeit real einen Verlust von 0,2 Prozentpunkten erleiden.

Um das Vermögen vor der Inflation zu schützen, bleiben nur vergleichsweise riskantere Anlagen – zum Beispiel Aktien. Sie bescherten Anlegern zuletzt das meiste Geld (Grafik):

Wer Anfang des Jahres 2012 die Summe von 10.000 Euro in DAX-Werte investierte, hatte ein Jahr später einen Depotwert von 12.800 Euro.

Anteil des Gewinns aus verschiedenen Kapitalanlagen.

Ein weiterer Grund für den Boom des DAX ist die Geldpolitik der EZB. Zum einen senkte sie den Leitzins auf 0,75 Prozent, zum anderen kaufte sie im großen Stil Staatsanleihen von Euro-Krisenländern, um den Euro zu retten. Dadurch konnte die Eurozone zwar vorübergehend stabilisiert werden, langfristig besteht allerdings die Gefahr, dass die hohe Liquidität die Kurse von Aktien und Anleihen in die Höhe treibt.

Niedrigzinsen und fehlende Anlagealternativen könnten so Spekulationsblasen anfeuern. Die Anleger kaufen dann mehr oder weniger blind jede Aktie. Dies ist derzeit eher nicht der Fall. Der DAX ist ein Performanceindex, das heißt, die ausgeschütteten Dividenden fließen mit in die Indexberechnung ein. Die hohen Dividenden der DAX-Unternehmen haben also einen Anteil am Kursfeuerwerk: Während der DAX insgesamt seit September 2011 um gut 40 Prozent gestiegen ist, lag der Anstieg der reinen Kurse bei 35 Prozent (Grafik).

Die Entwicklung des Dax als Antwort auf die Zinsen.

Gegen eine Blase spricht auch das langfristige Kurs-Gewinn-Verhältnis, das bei einem Wert von 15 liegt. Wäre Spekulation im Spiel, würden die Anleger derzeit weit mehr für ihr Portfolio auf den Tisch legen. Doch dem ist nicht so:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg spiegelt der derzeitige Kurs des DAX in etwa den 15-fachen Jahresgewinn der Konzerne wider.

Und so spricht einiges dafür, dass die Kursrallye des DAX anhält:

  1. Solange die Eurokrise andauert, wird die EZB ihre Niedrigzinspolitik beibehalten.
  1. Solange die Staatsanleihen der EU-Krisenländer ausfallgefährdet sind, bleiben Bundesanleihen stark gefragt – und die Renditen niedrig.
  1. Auch die verschärften Eigenkapital-Anforderungen an Banken und Versicherungen (Stichwort Basel III, vgl. Seite 7) stärken die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen – was deren Renditen ebenfalls drückt.
  1. Die DAX-Konzerne profitieren weiter von den boomenden Ländern.
  1. Die Konjunktur in Deutschland wird vermutlich anziehen.

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