Einkommensstarke Haushalte Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Die oberen zehn Prozent

Die Opposition möchte Vielverdiener stärker in die Finanzierung des Staates einbinden und deren Steuern erhöhen. Doch wer sind „die Reichen“ überhaupt – wie viel müssen sie verdienen, um dazuzugehören, und was machen sie beruflich?

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Opposition möchte Vielverdiener stärker in die Finanzierung des Staates einbinden und deren Steuern erhöhen - doch wer sind „die Reichen“ überhaupt?
  • Im Durchschnitt beträgt das Nettoeinkommen des zehnten Dezils 4.300 Euro; das Monatsbrutto entspricht 5.700 Euro.
  • Anders als landläufig angenommen wird, beziehen „die Reichen“ ihr Einkommen nicht vorwiegend aus Kapitalanlagen und Vermögen, sondern als leitende Angestellte.
Zur detaillierten Fassung

Man nehme alle 80 Millionen Einwohner, stelle denjenigen Bürger mit dem kleinsten Nettoeinkommen an das eine Ende und platziere alle anderen in aufsteigender Folge daneben. Danach teile man die Reihe in zehn gleichgroße Gruppen (Dezile). Das oberste Zehntel wird von Politikern und Gewerkschaftern oft als „reich“ bezeichnet.

Wer sich jedoch einmal die Mühe macht zu recherchieren, wo das oberste Dezil anfängt, wird vielleicht überrascht feststellen: „Ups, auch ich gehöre dazu.“ Denn selbst das reichste Prozent der Deutschen hat weniger, als so mancher erwartet:

  • Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung. Wer als Single monatlich mindestens 3.009 Euro ausgeben kann, zählt bereits zu den Vielverdienern. Eine Familie mit zwei Kindern, die mindestens 6.319 Euro zur Verfügung hat, ist ebenfalls einkommensstark.

Im Durchschnitt beträgt das Nettoeinkommen des zehnten Dezils 4.300 Euro; das Monatsbrutto entspricht 5.700 Euro.

Vor allem Paare ohne Kinder sind in dieser Gruppe stark vertreten – jeder zweite der insgesamt 4 Millionen Vielverdiener-Haushalte gehört zur Gruppe der DINKY (Dual Income, No Kids Yet).

In fast jedem fünften einkommensstarken Haushalt lebt ein Paar mit Kindern – darin unterscheidet sich das oberste Zehntel nicht von der Gesamtbevölkerung. Single-Haushalte und Alleinerziehende sind dagegen im obersten Einkommensdezil unterrepräsentiert.

Anders als landläufig angenommen wird, beziehen „die Reichen“ ihr Einkommen nicht vorwiegend aus Kapitalanlagen und Vermögen. Sie verdienen ihr Geld oft als leitende Angestellte (Grafik). Auch Selbstständige, die Mitarbeiter beschäftigen, sowie Pensionäre und Beamte gehören zum obersten Dezil.

  • Das reichste Prozent. Wer als Single mehr als 6.051 Euro im Monat zur Verfügung hat, gehört zu dieser Gruppe. In 100.000 der insgesamt 370.000 reichsten Haushalte wird das Geld durch leitende Angestellte verdient, in weiteren rund 100.000 Haushalten durch Selbstständige – in der Regel Freiberufler.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de