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Die Niedriglohnbranchen boomen

Seit Jahrzehnten haben es Menschen ohne Berufsausbildung auf dem Arbeitsmarkt schwer. Ihre Arbeitslosigkeit ist um ein Vielfaches höher als bei Personen mit beruflichen oder akademischen Abschlüssen. Ein Grund: Güter, für deren Herstellung einfache Arbeit eingesetzt wird, können aus Ländern importiert werden, in denen die Lohnkosten geringer sind. Schließlich ist ein chinesischer Geringqualifizierter nicht weniger produktiv als ein Deutscher.

Kernaussagen in Kürze:
  • Seit Jahrzehnten haben es Menschen ohne Berufsausbildung auf dem Arbeitsmarkt schwer.
  • Viele Jobs fallen der Rationalisierung zum Opfer.
  • Viele Arbeitsplätze, die sich für Geringqualifizierte eignen, geraten durch den geplanten gesetzlichen Mindestlohn in Gefahr.
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Zudem lassen sich einfache Tätigkeiten leichter durch Maschinen ersetzen als komplexe Tätigkeiten. So fielen im Laufe der vergan­genen Jahrzehnte viele Jobs der Rationalisierung zum Opfer.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, können aber trotz dieser schlechten Vorzeichen neue Arbeitsplätze für Geringqualifizierte entstehen. Voraussetzung ist, dass sich die Arbeit lohnt – für den Arbeitgeber wie für den Arbeitnehmer. Die Agenda-Reformen haben für Arbeitgeber die Anreize verbessert, einfache Arbeitsplätze einzurichten, und sie haben für Arbeitnehmer die Aufnahme solcher Tätigkeiten attraktiver gemacht.

Deshalb ist in den vergangenen Jahren im Hochlohnland Deutschland die Beschäftigung gerade in jenen Branchen gestiegen, die einen hohen Anteil von Niedriglohnempfängern beschäftigen. Der größte Zuwachs findet sich im Gastgewerbe, wo ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weniger als 8,50 Euro die Stunde verdient. Auch im Einzelhandel mit einem Niedriglohnanteil von 50 Prozent legte die Beschäftigung überdurchschnittlich zu (Grafik). Viele dieser neuen Arbeitsplätze, die sich für Geringqualifizierte eignen, geraten durch den geplanten gesetzlichen Mindestlohn in Gefahr.

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