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Immobilien Lesezeit 4 Min.

Die meisten Mietwohnungen gehören privaten Kleinvermietern

Der größte Teil der Mietwohnungen in Deutschland gehört privaten Eigentümern. Die Mieteinnahmen stellen für die Mehrheit von ihnen lediglich eine ergänzende Einnahmequelle dar.

Kernaussagen in Kürze:
  • Private Vermieter sind in der Regel Kleinvermieter: Unter den Befragten besaßen 58 Prozent nur ein Mietobjekt, 19 Prozent zwei.
  • Private Vermieter erzielen durch die Vermietung ihrer Immobilien zwar Einnahmen, doch die machen aufgrund ihrer relativ geringen Höhe in der Regel nur einen überschaubaren Teil ihres Gesamteinkommens aus.
  • Mit 54 Prozent hat mehr als die Hälfte der befragten Vermieter in den vergangenen Jahren eine energetische Baumaßnahme umgesetzt, aktuell planen allerdings sechs von zehn private Vermieter keine größeren Renovierungsprojekte.
Zur detaillierten Fassung

Ein typischer Vermieter in Deutschland ist 58 Jahre alt und besitzt eine einzelne, unmöblierte Etagenwohnung mit mittlerer Ausstattung in einem Mehrfamilienhaus in guter bis sehr guter Lage. Sein Mieter ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Einzelperson oder ein Paar ohne Kinder, mit denen er einen unbefristeten Mietvertrag ohne besondere Regelungen zur automatischen Mietanpassung geschlossen hat.

Der Vermieter erzielt durch die Vermietung seiner Wohnung zwar Einnahmen, doch die machen aufgrund ihrer relativ geringen Höhe in der Regel nur einen überschaubaren Teil seines Gesamteinkommens aus.

Dieser Max Mustermann der Privatvermieter geht auf eine Befragung von rund 1.000 privaten Vermietern zurück, die das IW für die Deutschland.Immobilien AG im Februar 2026 für den Vermieterreport durchgeführt hat. Danach sind von den mehr als 5,5 Millionen privaten Vermietern in Deutschland die meisten Kleinvermieter, da rund drei Viertel höchstens zwei Wohnungen vermieten: Unter den Befragten besaßen 58 Prozent nur ein Mietobjekt, 19 Prozent zwei. Sechs bis zehn Wohnungen haben lediglich 4 Prozent im Bestand, noch größere Portfolios sind die Ausnahme.

Entsprechend überschaubar sind die Mieteinnahmen der Privatvermieter (Grafik):

Vier von zehn befragten Vermietern geben an, dass sie in diesem Jahr zwischen 5.000 und 10.000 Euro Mieteinnahmen erzielen werden.

So viel Prozent der privaten Vermieter in Deutschland erzielen im Jahr 2026 dieses Bruttoeinkommen aus der Vermietung Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Für 13 Prozent der Privatvermieter machen die Mieteinkommen einen eher vernachlässigbaren Anteil am Gesamteinkommen aus, 42 Prozent betrachten sie als einen geringen Anteil. Nur für 7 Prozent sind sie ein beträchtlicher Anteil und lediglich für 2 Prozent stellen sie das Haupteinkommen dar. Somit ist die Vermietung für die meisten privaten Eigentümer kein primärer beruflicher Schwerpunkt, sondern häufig nur eine ergänzende Einkommensquelle.

Von den mehr als 5,5 Millionen privaten Vermietern in Deutschland sind die meisten Kleinvermieter, da rund drei Viertel von ihnen höchstens zwei Wohnungen vermieten.

Private Vermieter nehmen Mieterhöhungen in der Regel zurückhaltend und anlassbezogen vor. So geben 40 Prozent der befragten Vermieter an, ihre Bestandsmieten über einen längeren Zeitraum unverändert zu lassen, weitere 35 Prozent passen sie nur moderat und in größeren zeitlichen Abständen an. Lediglich 5 Prozent der Eigentümer erhöhen ihre Mieten im Bestand regelmäßig analog zur Marktentwicklung. Und auch bei Neuvermietungen verzichten 43 Prozent der Vermieter komplett auf Aufschläge.

Wohnungen von Privatvermietern weisen häufig eine hochwertige Ausstattung auf

Rund die Hälfte der Wohnungen von Privatvermietern entstand in den beiden Bauperioden 1949 bis 1978 und 1979 bis 1994. Der Ausstattungsstandard ist gut: 53 Prozent der Immobilien verfügen über einen mittleren, 29 Prozent über einen gehobenen und 5 Prozent über einen hochwertigen Standard. Letztere Objekte weisen beispielsweise maßgefertigte Einbauten, Natursteinböden, Klimatisierung und Aufzüge auf, während zum gehobenen Standard Ausstattungsmerkmale zählen wie hochwertige Parkettböden, bodentiefe Fenster oder Fußbodenheizung.

Zudem befinden sich die Objekte überwiegend in attraktiven Lagen – 47 Prozent der befragten Vermieter geben an, ihre Mietwohnungen befänden sich in guten Lagen, weitere 15 Prozent lokalisieren ihre Immobilien in sehr guten und zentralen Lagen. Nur 9 Prozent der Privatvermieter besitzen Objekte in einfachen Lagen.

Mehr als die Hälfte der Vermieter plant derzeit keine größere Renovierung

Mit 54 Prozent hat mehr als die Hälfte der befragten Vermieter in den vergangenen Jahren eine energetische Baumaßnahme umgesetzt, zum Beispiel die Heizungsanlage ausgetauscht (34 Prozent), neue Fenster eingesetzt (25 Prozent) oder Dämmmaßnahmen durchgeführt (18 Prozent). Die Gründe dafür waren, dass die Vermieter Energie sparen, die Mieterzufriedenheit erhöhen, den Wert der Immobilie steigern und den ökologischen Fußabdruck verringern wollten. Nur gut jeder Fünfte gab an, energetische Baumaßnahmen aufgrund von gesetzlichen Anforderungen veranlasst zu haben. Aktuell treten allerdings viele Kleinvermieter auf die Sanierungsbremse (Grafik):

Sechs von zehn privaten Vermietern planen derzeit keine größeren Renovierungsprojekte, ein Jahr zuvor waren es erst fünf von zehn.

So viel Prozent der privaten Vermieter planen derzeit größere Renovierungsprojekte aus diesem Grund Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Dabei ist der Gebäudesektor zentral für den Klimaschutz, denn auf ihn entfällt rund ein Drittel der CO2-Emmissionen in Deutschland. So werden knapp 80 Prozent der Wohngebäude in Deutschland nach wie vor mit fossilen Energien wie Öl oder Gas beheizt.

Um die Sanierungsambitionen zu steigern, bräuchte es klare und kontinuierliche Fördermechanismen, transparente Vorgaben und eine Entlastung bei administrativen Anforderungen. Das spiegelt sich auch in der Einschätzung zur aktuellen Wohnungspolitik: Demnach sind 19 Prozent der privaten Vermieter unzufrieden damit, 15 Prozent sogar sehr unzufrieden. Nur 8 Prozent der befragten Vermieter sind mit ihr zufrieden bis sehr zufrieden.

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