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Die Männer und die Eisenbahn

Die Bahn gibt immer mehr Menschen Arbeit. Vor allem im Personenfernverkehr ist die Zahl der – meist männlichen – Beschäftigten deutlich gestiegen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Eisenbahnen in Deutschland stehen, was Jobs anbelangt, richtig unter Dampf.
  • Allein die Deutsche Bahn hat in ihrer Nahverkehrssparte DB Regio rund 38.000 Mitarbeiter.
  • Fast drei Viertel der Bahnbeschäftigten verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung - in der gesamten deutschen Wirtschaft knapp 60 Prozent.
Zur detaillierten Fassung

Die Eisenbahnen in Deutschland stehen, was Jobs anbelangt, richtig unter Dampf. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Personenfernverkehr um nicht weniger als 60 Prozent gestiegen (Grafik). Insbesondere 2013 gab es einen Personalschub – ungeachtet der neuen Konkurrenz durch zahlreiche Fernbusse.

Die Beschäftigung im Güterverkehr war zwar etwas weniger dynamisch, legte aber dennoch um nahezu 9 Prozent zu.

Noch erheblich mehr Personen als im Fern- und Güterverkehr sind im Eisenbahnnahverkehr beschäftigt, der aber statistisch nicht von anderen Verkehrsträgern getrennt werden kann (Kasten).

Allein die Deutsche Bahn hat in ihrer Nahverkehrssparte DB Regio rund 38.000 Mitarbeiter.

Die Bahn ist nach wie vor eine Männerdomäne. Der Frauenanteil im Personenfern- und Güterverkehr beträgt trotz eines leichten Anstiegs in den vergangenen Jahren lediglich 20 Prozent – in der Gesamtwirtschaft liegt er bei 46 Prozent.

Dementsprechend gering ist die Bedeutung von Teilzeit – einer Domäne der Frauen. Stolze 88 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Eisenbahner arbeiten Vollzeit. Darüber hinaus gibt es in den beiden Sparten Fern- und Güterverkehr nur rund 400 geringfügig Beschäftigte.

Die Bahnen setzen überwiegend qualifizierte Kräfte ein:

Fast drei Viertel der Bahnbeschäftigten verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

In der gesamten deutschen Wirtschaft beträgt der Anteil nur 60 Prozent. Beschäftigte ohne Berufsausbildung stellen lediglich 15 Prozent der Eisenbahner. Doch selbst viele dieser Mitarbeiter werden für qualifizierte Tätigkeiten eingesetzt – gerade einmal 2 Prozent der Jobs in der Branche sind Anlerntätigkeiten.

Andererseits gibt es weniger Beschäftigungsmöglichkeiten für Akademiker. Ganze 5 Prozent der Bahner verfügen über einen Hochschulabschluss, in der Gesamtwirtschaft liegt diese Quote bei 13 Prozent.

Die Bahnen suchen nach wie vor Mitarbeiter – im September 2014 verzeichneten die Arbeitsagenturen 390 offene Stellen im Personenfern- und Güterverkehr.

Wie gut die Arbeitsmarktchancen speziell für Lokführer sind, macht eine Statistik der Arbeitsagenturen deutlich: 215 arbeitslos gemeldeten Lokführern stehen 539 Jobangebote gegenüber. Dazu kommen erfahrungsgemäß weitere offene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht angezeigt werden. Zum Teil erklärt also auch die günstige Arbeitsmarktlage die hohe Streikbereitschaft.

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