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Die glorreichen Vier

Wer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik studiert, kann auf einen sicheren Arbeitsplatz und vergleichsweise gute Bezahlung hoffen. Ähnliches gilt für beruflich qualifizierte MINT-Kräfte.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik studiert, kann auf einen sicheren Arbeitsplatz und vergleichsweise gute Bezahlung hoffen.
  • Im Jahr 2012 bekleideten 39 Prozent der MINT-Akademiker eine leitende Position – aber nur 34 Prozent der übrigen Akademiker.
  • Um Engpässe in den akademischen MINT-Berufen zu beseitigen, legen sich die Bundesländer unterschiedlich stark ins Zeug.
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In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Studienanfänger in den MINT-Fächern gestiegen. Jedes Jahr verlassen mehr als 100.000 MINT-Akademiker die deutschen Hochschulen (Kasten). Gleichzeitig wandern mehr ausländische Akademiker mit diesem Abschluss ein.

Diese Trends wurden auch durch die guten Arbeitsmarktperspektiven für MINT-Kräfte ausgelöst. So haben diese häufig einen unbefristeten Arbeitsvertrag und sind zu einem großen Teil vollzeitbeschäftigt (vgl. iwd 28/2014). Und nicht zuletzt erweisen sich die in einem MINT-Studium erworbenen Kompetenzen als karrierefördernd:

Im Jahr 2012 bekleideten 39 Prozent der MINT-Akademiker eine leitende Position – aber nur 34 Prozent der übrigen Akademiker.

Wer MINT studiert oder eine entsprechende duale Ausbildung absolviert hat, hat noch andere Vorteile:

Verdienst. Der durchschnittliche Bruttomonatslohn eines vollzeit­erwerbstätigen MINT-Akademikers betrug 2012 rund 5.000 Euro – im Schnitt kamen Akademiker auf 4.700 Euro. Gehaltsvorteile zeigen sich auch, wenn man die sogenannte Lohnprämie betrachtet – das ist der prozentuale Vorsprung beim Brutto­stundenlohn gegenüber Arbeitnehmern ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder ohne Abitur (Grafik). Demnach erzielten MINT-Akademiker im Jahr 2012 eine Lohnprämie von 88 Prozent.

Auch MINT-Facharbeiter verdienen meist deutlich besser als andere beruflich qualifizierte Fachkräfte.

Arbeitslosigkeit. Für MINT-Akademiker und -Facharbeiter ist das kein Thema – sie werden sogar händeringend gesucht. Ein Indiz für den Fachkräfteengpass sind die einschlägigen Arbeitslosenquoten. Diese liegen bundesweit bei 2,7 Prozent für MINT-Akademiker und 2,9 Prozent für MINT-Facharbeiter und -Spezialisten – und damit auf Vollbeschäftigungsniveau. Nur die Region Berlin/Brandenburg schert hier aus – trotzdem ist auch dort die Arbeitslosenquote von MINTlern nicht einmal halb so hoch wie im Schnitt aller Berufe (Grafik).

Um Engpässe in den akademischen MINT-Berufen zu beseitigen, legen sich die Bundesländer unterschiedlich stark ins Zeug. Noch am besten sorgt NRW für Nachwuchs (Grafik):

An Rhein und Ruhr kamen zuletzt 74 akademische MINT-Abschlüsse auf 1.000 erwerbstätige MINT-Akademiker.

NRW verdankt diese Spitzenstellung nicht zuletzt seiner renommierten technischen Hochschule in Aachen, die jedes Jahr rund 7.000 MINT-Abschlüsse zählt.

Ausbildungs-Schlusslichter sind hessische und bayerische Hochschulen. Sie haben 2013 je 1.000 erwerbstätige MINT-Akademiker lediglich 54 bzw. 57 MINT-Abschlüsse hervorgebracht – zu wenig, um den Bedarf in den beiden Bundesländern zu decken.

Würden andere Länder nicht über Bedarf ausbilden, hätten hessische und bayerische Unternehmen das Nachsehen. Denn die beiden Bundesländer, die aufgrund ihrer Wirtschaftsstruktur überdurchschnittlich viele Jobs bieten, sind die größten Nettoimporteure von MINTlern. NRW und Niedersachsen/Bremen fungieren indes als Nettoexporteure.

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