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Die Gehaltsgewinner

Für Hochschulabsolventen machen sich die zunehmenden Fachkräfteengpässe bezahlt. Ihre Löhne sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Besonders gut verdienen Ärzte und Ingenieure.

Kernaussagen in Kürze:
  • Für Hochschulabsolventen machen sich die zunehmenden Fachkräfteengpässe bezahlt.
  • Die OECD weist in ihren Bildungsberichten schon seit längerem darauf hin: Bildung zahlt sich in Euro und Cent aus.
  • Im Jahr 2000 lagen die Stundenlöhne der Hochqualifizierten bereits um 43 Prozent über denen der Beschäftigtenmit abgeschlossener Berufsausbildung.
Zur detaillierten Fassung

Die OECD weist in ihren Bildungsberichten schon seit längerem darauf hin: Bildung zahlt sich in Euro und Cent aus. Meister, Techniker und Hochschulabsolventen konnten sich in den vergangenen zehn Jahren über deutlich mehr Geld freuen – auch im Vergleich zu anderen Kollegen:

Lagen die Stundenlöhne der Hochqualifizierten im Jahr 2000 erst um 43 Prozent über denen der Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung, so ist der Vorsprung bis zum Jahr 2009 auf 57 Prozent gestiegen.

Dies gilt jedoch nicht für alle Hochqualifizierten gleichermaßen:

Meister und Techniker haben zwar im Durchschnitt etwas geringere Löhne als Hochschulabsolventen, doch das macht die schnellere Ausbildung meist wett (vgl. iwd 38/2010). Weil die Lehre und die Aufstiegsfortbildung zum Meister oder Techniker mit fünf veranschlagten Jahren in der Regel kürzer ist als das Abi plus Studium, amortisiert sich die Bildungsinvestition, also auch der Verzicht auf Gehalt, für diese Berufsgruppe schneller als für Akademiker. Bis ein Hochschulabsolvent seinen Einkommensverzicht aus der Schul- und Studienlaufbahn aufgeholt hat, ist sie oder er meist schon 43 Jahre alt. Für die Meister und Techniker geht die Rechnung im Durchschnitt mit 40 Jahren auf.

Hochschulabsolventen profitieren vor allem dann, wenn sie eine Ausbildung in den sogenannten Engpassberufen haben – also für Jobs, in denen besonders viele Stellen nicht besetzt werden können. Das ist insbesondere im Gesundheitssektor sowie im naturwissenschaftlich-technischen Bereich der Fall.

Von den aktuell acht akademischen Berufen, in denen viel Personal gesucht wird, entfallen fünf auf Jobs, die vor allem von Ärzten oder Ingenieuren ausgeübt werden.

Schon beim Berufseinstieg haben diese Professionen einen Vorsprung. Dem Hochschul-Informations-Sys­tem zufolge hatten die Humanmediziner von allen Absolventen des Jahrgangs 2009 das höchste Startgehalt. Als Vollzeitbeschäftigte kamen sie inklusive Zulagen auf durchschnittlich 48.900 Euro im Jahr.

Auf den Plätzen dahinter liegen die Fachhochschulabsolventen der Elektrotechnik mit 44.400 Euro sowie des Wirtschaftsingenieurwesens mit 42.650 Euro, gefolgt von den Uniabsolventen der Ingenieurwissenschaften mit einem mittleren Jahresgehalt von 41.150 Euro. Zum Vergleich: Für Wirtschaftswissenschaftler wurden zuletzt Einstiegslöhne von 36.750 Euro (Uni) oder 35.250 Euro (FH) gezahlt.

Die Anfangsgehälter sind zudem in den vergangenen Jahren besonders in den MINT-Berufen (Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker) stark gestiegen:

Vollzeit erwerbstätige Ingenieure des Uni-Jahrgangs 1993 verdienten noch 9 Prozent weniger als Wirtschaftswissenschaftler – jetzt sind es 12 Prozent mehr.

Auch bei den bereits länger Erwerbstätigen bestätigt sich dieses Bild (Grafik). So ist der Monatslohn eines Akademikers mit einem Abschluss im Gesundheitsbereich zwischen 2005 und 2010 von im Schnitt 6.200 Euro auf 8.600 Euro gestiegen. Ingenieure konnten von 4.600 Euro auf 5.100 Euro zulegen. Wirtschaftswissenschaftler traten dagegen in den vergangenen Jahren gehaltsmäßig auf der Stelle, Sozialwissenschaftler mussten sogar Einbußen hinnehmen.

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