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Die Erfahrung ersetzt das Alter

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Diskriminierungen wegen des Geschlechts, der Herkunft, des Glaubens oder auch des Alters. Viele altersbezogene Regelungen in Tarifverträgen sind deshalb im Laufe der vergangenen Jahre angepasst worden.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mit Inkrafttreten des AGG 2006 haben die Tarifparteien ihre Tarifverträge durchforstet und vor allem die Altersstaffelung beim Entgelt beseitigt.
  • Viele altersbezogene Regelungen in Tarifverträgen sind aufgrund des AGG im Laufe der vergangenen Jahre angepasst worden.
  • Das private Bankgewerbe gewährt Arbeitnehmern ab 50 Jahren mit mindestens zehn Jahren Betriebszugehörigkeit einen besonderen Kündigungsschutz und eine Verdienstsicherung.
Zur detaillierten Fassung

Mit Inkrafttreten des AGG 2006 haben die Tarifparteien ihre Tarifverträge durchforstet und vor allem die Altersstaffelung beim Entgelt beseitigt. Stattdessen wird im öffentlichen Dienst jetzt nach Erfahrungsstufen und in der M+E-Industrie nach anforderungsbezogenen Entgeltstufen entlohnt.

In vielen Branchen wurde auch die Staffelung der Urlaubstage nach dem Lebensalter abgeschafft. In einigen Fällen mussten allerdings erst die Gerichte nachhelfen. So kippte das Landesarbeitsgericht Düsseldorf 2011 die altersbezogene Urlaubsstaffelung im Einzelhandel.

Tarifliche Regeln speziell für ältere Arbeitnehmer gibt es auch beim Kündigungsschutz. Zwar richten sich die Kündigungsschutzfristen nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit, jedoch gibt es in einigen Branchen Ausnahmen (Tabelle):

Das private Bankgewerbe gewährt Arbeitnehmern ab 50 Jahren mit mindestens zehn Jahren Betriebszugehörigkeit einen besonderen Kündigungsschutz und eine Verdienstsicherung.

Aus Gründen der Rechtssicherheit sollten die Tarifparteien auch diese Regelungen prüfen – schließlich könnten unter 50-Jährige solche Richtlinien als ungerechtfertigte Ungleichbehandlung betrachten.

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