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Die deutsche Automobilindustrie

Traditionelle Automobilstandorte wie Frankreich und Italien leiden bis heute unter der Absatzkrise des Jahres 2009. Dagegen hat sich die Produktion von Personenkraftwagen in Deutschland relativ schnell erholt. Anders sieht es bei den Nutzfahrzeugen aus. Dort ist der Höchststand aus dem Jahr 2008 längst nicht erreicht. Offenbar hat sich die Investitionslaune der Käufer noch nicht wesentlich verbessert.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Produktion von Personenkraftwerken hat sich nach der Absatzkrise des Jahres 2009 in Deutschland relativ schnell erholt.
  • Während größere Pkw deutscher Konzernmarken zumeist in Deutschland vom Band laufen, werden Kompaktwagen überwiegend im Ausland gefertigt.
  • Rund 40 Prozent aller Automobiljobs sind bei den Zulieferern angesiedelt.
Zur detaillierten Fassung

Während größere Pkw deutscher Konzernmarken zumeist in Deutschland vom Band laufen, werden bereits die Kompaktwagen überwiegend im Ausland gefertigt. Zum einen ist das auf die Produktion der VW-Konzernmarken wie Skoda in Tschechien und Seat in Spanien zurückzuführen. Zum anderen fertigen die Wolfsburger zahlreiche Fahrzeuge vor Ort in China, statt sie auf den weiten Weg dorthin zu schicken.

Die Strategie, Kraftwagen dort herzustellen, wo sie gekauft werden, spiegelt sich auch in den Exportzahlen der deutschen Autoschmieden wider. Großbritannien ist demnach als Exportmarkt wichtiger als China, weil die Engländer direkt aus Deutschland auf dem kurzen Seeweg beliefert werden und die Chinesen eben nicht.

Deutschland ist heute auch Diesel­land, denn der Selbstzünder ist für Vielfahrer wegen der geringeren Treibstoffkosten interessanter als der Benziner. Allerdings haben die Franzosen eine noch größere Affinität zum Diesel – dort entfallen fast zwei Drittel der Neuzulassungen auf Diesel-Pkw. Hierzulande sind es nur 48 Prozent. Der Diesel dominiert jedoch in Deutschland die gro­ßen Fahrzeugklassen. In der oberen Mittelklasse beträgt sein Marktanteil knapp 90 Prozent, bei Kleinwagen nur etwas mehr als 10 Prozent.

Die Zulieferer sind ein elementarer Bestandteil der deutschen Automobilindustrie. Sie erwirtschaften mittlerweile mehr als 70 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr, das sind 20 Prozent der Gesamtumsätze der Branche. Gleichzeitig sind sogar rund 40 Prozent aller Automobiljobs bei den Zulieferern angesiedelt. Das hängt mit der mittelständischen Struktur dieser Branche zusammen.

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