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Die bitteren Jahre sind vorbei

Die Beschäftigungsentwicklung in der Automobilindustrie kann sich sehen lassen: Seit dem Jahr 2005 wurden in der Branche 50.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit erweist sich der krisenbedingte Rückgang in den Jahren 2009/2010 als kurze Episode.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die deutsche Autoindustrie plus Zulieferer zeichnen für jeden siebten Industriejob verantwortlich.
  • Die Beschäftigungsentwicklung gibt keine Hinweise auf die Auslagerung von Produktionsschritten.
  • Der Vorleistungsanteil betrug zuletzt 78 Prozent.
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Die Automobilbranche ist einer der größten deutschen Industriezweige. Sie beschäftigte im vergangenen Jahr in 949 Betrieben 800.000 Mitarbeiter – die meisten davon, 460.000, stellen in 91 Betrieben Kraftwagen oder Motoren her. Rund 300.000 Beschäftigte arbeiten bei den 681 Zulieferern, und 33.000 Menschen produzieren in 177 Betrieben Karosserien, Aufbauten und Anhänger.

Insgesamt gibt die deutsche Industrie 5,4 Millionen Menschen Arbeit, das heißt, die Autohersteller plus Zulieferer zeichnen in Deutschland für jeden siebten Industriejob verantwortlich.

Die Beschäftigungsentwicklung in der Automobilindustrie spiegelt letztlich den Strukturwandel der Branche wider. Denn die Automobilhersteller haben vor allem in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre in stärkerem Maße Zulieferungen von externen Anbietern bezogen – also outgesourct:

Die Teilehersteller haben ihr Personal im Zeitraum von 1995 bis 2004 um mehr als 30 Prozent aufgestockt, die Automobilproduzenten weiteten ihr Stellenangebot dagegen nur um 11 Prozent aus.

Die Hersteller von Anhängern mussten sogar Personal abbauen.

Seit 2005 hat sich die Entwicklung jedoch geändert, auch wenn der langfristige Vergleich durch eine Umstellung der Statistik erschwert wird (Kasten). Von 2005 bis 2015 legten die Automobilhersteller bei der Beschäftigung um 6 Prozent zu, die Teilehersteller um 4 Prozent. Die Beschäftigungsentwicklung verlief also nahezu parallel. Insofern ergeben sich vonseiten der Beschäftigung keine Hinweise auf eine in den vergangenen Jahren verstärkt eingesetzte Auslagerung von Produktionsschritten.

Auch wenn die große Outsourcing-Welle inzwischen Geschichte ist, so betrug der Vorleistungsanteil zuletzt immerhin 78 Prozent. Im Jahr 1995 waren es erst 64 Prozent.

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