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Die bewegte Republik

Nicht erst seit Promis im Fernsehen mehr oder weniger elegant übers Parkett schweben, ist Tanzen in Deutschland äußerst populär – sei es als Hobby oder Leistungssport.

Kernaussagen in Kürze:
  • Das Tanzen zählt hierzulande nicht erst seit der Fernsehshow „Let’s dance“ zu den beliebtesten Sportarten.
  • Der mitgliederstärkste Verein des DTV ist der TC Capitol Bremerhaven mit mehr als 1.100 Tänzern.
  • Zu den Tanzsportmekkas zählen auch Ludwigsburg und Aachen.
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Am 28. April trifft sich die internationale Elite des Tanzsports in Koblenz, um die diesjährigen Europameister in den Standardtänzen zu küren. Zu den heißen Favoriten auf den Titel zählen auch die beiden für Deutschland startenden Paare: Benedetto Ferruggia und Claudia Köhler, die Europameister der vergangenen drei Jahre und amtierende Vizeweltmeister, sowie Simone Segatori und Annette Sudol, zuletzt welt- und europaweit auf Rang drei.

Dass deutsche Paare in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bei internationalen Wettbewerben in den Standard- und lateinamerikanischen Tänzen immer wieder auf dem Treppchen standen, ist kein Wunder. Denn Tanzen zählt hierzulande nicht erst seit der Fernsehshow „Let’s dance“ zu den beliebtesten Sportarten. Die gut 2.200 dem Deutschen Tanzsportverband (DTV) angeschlossenen Vereine haben derzeit rund 220.000 Mitglieder. Damit steht der DTV auf Rang 18 der 60 Spitzenverbände des Deutschen Olympischen Sportbunds. Unter dem DTV-Dach sind zudem die Anhänger des Jazz- und Modern Dance, Gardetanzgruppen und Boogie-Woogie-Tänzer vereint.

Die größten Tanzsportclubs finden sich keineswegs nur in den Millionenstädten, sondern sie sind quer über die Republik verteilt (Grafik):

Der mitgliederstärkste Verein des DTV ist der TC Capitol Bremerhaven mit mehr als 1.100 Tänzern. Zu den Tanzsportmekkas zählen auch Ludwigsburg und Aachen.

Zwar sind Walzer, Cha Cha und Discofox für die meisten Club-Tänzer nur ein Hobby, doch immerhin 26.000 trainieren mit größeren Ambitionen und stellen sich in nationalen oder gar weltweiten Turnieren der Konkurrenz – sei es als einzelnes Paar oder in einer der rund 40 Standard- und 150 Latein-Formationen.

Wer sich auf dem Parkett den Wertungsrichtern präsentieren will, muss dann allerdings auch meist recht tief in die Tasche greifen: Während ein Hobbytänzer in den Vereinen oft schon mit weniger als 10 Euro im Monat dabei ist und darüber hinaus höchstens ab und zu ein paar Tanzschuhe braucht, blättern Turniertanzpaare allein für ein maßgeschneidertes Kleid oder einen Frack schnell einmal einen vierstelligen Betrag hin.

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