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Die Arbeitszeit

Schlafen, arbeiten und noch irgendwas dazwischen: Den einen oder anderen beschleicht irgendwann schon mal das Gefühl, dass der Job den Alltag dominiert. Tatsächlich aber verbringen die Beschäftigten heute längst nicht so viel Zeit im Büro oder in der Werkhalle, wie manche meinen – in den Industrieländern nimmt die Arbeitszeit von Montag bis Freitag etwa die Hälfte der Wachzeit ein.

Kernaussagen in Kürze:
  • In den Industrieländern nimmt die Arbeitszeit von Montag bis Freitag etwa die Hälfte der Wachzeit ein.
  • Allerdings gibt es selbst in Europa große Unterschiede: Am kürzesten arbeiten die Franzosen mit einer gesetzlich verankerten 25-Stunden-Woche.
  • Griechen, Luxemburger, Polen und Ungarn, die Vollzeit arbeiten, müssen 40 Stunden in der Woche arbeiten.
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Gleichwohl gibt es selbst innerhalb Europas große Unterschiede. Am kürzesten arbeiten die Franzosen, die von einer gesetzlich verankerten 35-Stunden-Woche profitieren. Die Griechen, Luxemburger, Polen und Ungarn dagegen müssen, sofern sie Vollzeit arbeiten, 40 Wochenstunden ran.

Auch bei den Urlaubs- und Feiertagen gibt es eine große Spannbreite: In Deutschland und Frankreich kommen Arbeitnehmer auf stattliche 40 Tage bezahlte Freizeit im Jahr, während die Belgier mit 29 freien Tagen haushalten müssen – nämlich den 20 EU-Mindeststandard-Urlaubstagen zuzüglich neun Feiertagen.

Aus Wochenarbeitszeit und Freizeit lässt sich das Jahressoll errechnen – und das fällt wiederum in Frankreich mit 1.566 Stunden am niedrigsten aus. Es folgen Dänemark und Deutschland, wo Vollzeitarbeitnehmer auf 1.635 beziehungsweise 1.659 Stunden Jahrespensum kommen.

Tatsächlich arbeiten viele Menschen in der Bundesrepublik aber deutlich weniger, was vor allem auf den hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigten – nämlich 38 Prozent – zurückzuführen ist. Zu Beginn der 1990er Jahre hatten erst 18 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland einen Teilzeitjob. Deshalb fiel die tatsächliche Jahresarbeitszeit damals mit knapp 1.500 Stunden auch um nahezu 200 Stunden höher aus als heute.

Darüber kann ein Arbeitnehmer aus den 1960er Jahren allerdings nur milde lächeln: Denn damals – mitten in Zeiten des Wirtschaftswunders – waren mehr als 2.000 Stunden Arbeitspensum pro Jahr normal. Die tarifliche Arbeitszeit betrug 45 Wochenstunden, und der Jahresurlaub war mit drei Wochen nur halb so lang wie heute.

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