Ältere Arbeitnehmer Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Die Älteren sind dabei

Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich der einst unflexible deutsche Arbeitsmarkt zum europäischen Vorbild gemausert. Wesentlichen Anteil daran hatte und hat die verbesserte Integration von Älteren.

Kernaussagen in Kürze:
  • Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich der einst unflexible deutsche Arbeitsmarkt zum europäischen Vorbild gemausert.
  • Mit der Agenda 2010 kamen Arbeitsmarktreformen hinzu, die die Attraktivität des vorzeitigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben ebenfalls stark verminderten.
  • Mini-Jobs sind bei den Älteren dagegen kaum ein Thema.
Zur detaillierten Fassung

Ältere Arbeitskräfte galten lange Zeit als teuer und unflexibel, ältere Arbeitslose als kaum vermittelbar. Im Jahr 2000 war lediglich ein Drittel der über 55-Jährigen erwerbstätig und nur jeder Vierte hatte einen sozialversicherungspflichtigen Job.

In gerade einmal zehn Jahren hat sich das Bild radikal gewandelt. Mittlerweile ist die Mehrheit der Älteren berufstätig, wie ein näherer Blick auf die Zahlen zeigt. So waren im Jahr 2010 nur 2 Millionen von rund 10 Millionen Menschen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren in Altersrente – diejenigen nicht mitgezählt, die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit bezogen.

Weitere 1,4 Millionen waren als Beamte und Selbstständige tätig. Rund 6,7 Millionen ältere Bundesbürger standen somit für sozialversicherungspflichtige Jobs zur Verfügung – rund 4 Millionen waren tatsächlich fest angestellt (Grafik):

Damit haben fast 60 Prozent derjenigen, die überhaupt einen sozialversicherungspflichtigen Job haben können, einen solchen.

Die gute Entwicklung des Arbeitsmarkts für Ältere geht nicht allein auf die günstige konjunkturelle Entwicklung der vergangenen Jahre zurück. Die Trendwende setzte schon ein, als die Konjunktur noch stagnierte. Maßgeblich waren vielmehr die seit den 1990er Jahren beschlossenen Rentenreformen. Diese haben den vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand erschwert oder mit höheren Rentenabschlägen versehen. Mit der Agenda 2010 kamen Arbeitsmarktreformen hinzu, die die Attraktivität des vorzeitigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben ebenfalls stark verminderten.

Befürchtungen, die Heraufsetzung des faktischen Rentenzugangs-alters führe lediglich zu höherer Arbeitslosigkeit, haben sich nicht bewahrheitet. Stattdessen arbeiten Ältere länger. Die meisten haben reguläre, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse – drei Viertel sind in Vollzeit beschäftigt, kaum 5 Prozent üben eine befristete Tätigkeit aus.

Mini-Jobs sind bei den Älteren dagegen kaum ein Thema. Von 2000 bis 2010 nahm die Zahl der geringfügig beschäftigten Älteren nur um 13.000 zu – trotz der Mini-Job-Reform im Jahr 2003.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de