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Dichter und höher

Viele deutsche Großstädte haben mehr Zulauf als erwartet. Der Wohnraum ist knapp und die Möglichkeiten, neue Häuser und Wohnungen zu bauen, sind begrenzt. Ein Ausweg bestünde darin, höher und dichter zu bauen – das Ruhrgebiet macht es vor.

Kernaussagen in Kürze:
  • Besonders in München, Berlin und Hamburg übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot.
  • Bereits 2019 soll Berlin das erst für 2030 erwartete Plus von 250.000 Einwohnern gegenüber 2011 erreichen – mit deutlich mehr als 3,5 Millionen Einwohnern.
  • Die am dichtesten bewohnten Städte Deutschlands liegen im Ruhrgebiet: In Essen kommen auf einen Quadratkilometer2.173 Einwohner, in Bochum sind es 1.982.
Zur detaillierten Fassung

Besonders in München, Berlin und Hamburg übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot. Der Berliner Senat will daher ein neues Gesetz auf den Weg bringen: das Wohnungsbaubeschleunigungsgesetz. Es soll Bauherren und Projektentwicklern in der Hauptstadt ermöglichen, künftig schneller zu bauen und weniger gestalterische Vorgaben einhalten zu müssen. Die Stadt will freie Grundstücke besser ausnutzen und mehr Etagen und mehr Wohnungen zulassen. Denn Berlin wächst schneller als erwartet:

Bereits im Jahr 2019 soll Berlin das bislang erst für 2030 erwartete Plus von 250.000 Einwohnern gegenüber 2011 erreichen – mit dann insgesamt deutlich mehr als 3,5 Millionen Einwohnern.

Das klingt nach viel – doch der Blick auf die Bevölkerungsdichte anderer deutscher und europäischer Großstädte zeigt: So eng besiedelt ist Berlin gar nicht. Spitzenreiter bei der Bevölkerungsdichte in Europa ist laut OECD Den Haag in den Niederlanden mit knapp 3.000 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die weltweit am dichtesten bewohnte Metropolregion ist Dhaka in Bangladesch – laut Demographia World Urban Areas leben dort 44.400 Menschen auf einem Quadratkilometer. In Berlin kommen auf einen Quadratkilometer gerade einmal 710 Einwohner, damit nimmt die deutsche Hauptstadt im europäischen Ranking Platz 43 ein.

Die am dichtesten bewohnten Städte Deutschlands liegen im Ruhrgebiet: In Essen kommen auf einen Quadratkilometer 2.173 Einwohner, in Bochum sind es 1.982.

Dies ist historisch begründet, denn als Anfang des 20. Jahrhunderts der Bergbau im Ruhrgebiet immer wichtiger wurde, mussten schnell und nah für viele Menschen Unterkünfte geschaffen werden.

Architektonisch mag das Ruhrgebiet nicht immer ein Vorbild sein, aber Essen, Bochum und Duisburg zeigen: Es geht auch dichter. Um der großen Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden und den steigenden Preisen entgegenzuwirken, sollten Städte wie Berlin, Hamburg und München „nachverdichten“, wie Experten das nennen, und zum Beispiel die historisch bedingte Begrenzung der Bauhöhen aufgeben.

Wenig Platz im Ruhrpott

Bevölkerungsdichte in den europäischen Metropolregionen in Personen pro Quadratkilometer im Jahr 2012 (Berühren Sie die Punkte, um mehr zu erfahren)

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