Zahlungsverkehr Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Deutschland hinkt hinterher

Ab Februar 2014 laufen Überweisungen und Lastschriften über neue internationale Kontonummern. Um nicht vom Zahlungsverkehr abgeschnitten zu werden, müssen Unternehmen ihr System umstellen – gerade für deutsche Betriebe gibt es noch viel zu tun.

Kernaussagen in Kürze:
  • Ab Februar 2014 laufen Überweisungen und Lastschriften über neue internationale Kontonummern.
  • In Finnland wurden im ersten Quartal 2013 bereits alle Euro-Überweisungen über die neuen Kontonummern durchgeführt - in Deutschland waren es gerade einmal 9 Prozent.
  • Der Vorteil des SEPA-Lastschriftenmandats sind die einheitlichen europäischen Standards im Zahlungsverkehr.
Zur detaillierten Fassung

Bislang sind Auslandszahlungen aus administrativer Sicht vor allem teuer und fehleranfällig. Ab Februar 2014 soll sich das in Europa ändern, denn dann gilt der einheitliche Euro-Zahlungsraum. Mit SEPA (Single Euro Payments Area) gibt es dann keinen Unterschied mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Euro-Zahlungen.

Statt der bisherigen nationalen Systeme gelten dann für alle Zahlungen in Euro die gleichen Bedingungen – egal ob im Inland oder im Ausland. Für Deutschland heißt das: Die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen werden durch IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Business Identifier Code) abgelöst. Insgesamt nehmen 33 Länder an SEPA teil – neben den 28 EU-Staaten auch die Schweiz, Monaco, Island, Liechtenstein und Norwegen.

Begleitet wird die Einführung vom SEPA-Rat, der aus Vertretern der Bundesbank, des Finanzministeriums, der Kreditwirtschaft und der Unternehmensverbände besteht. Der Rat befürchtet, dass die Umstellung bei einigen deutschen Unternehmen zu langsam erfolgt. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen haben sich mit dem Thema bislang kaum beschäftigt. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern hinkt Deutschland hinterher (Grafik):

In Finnland wurden im ersten Quartal 2013 bereits alle Euro-Überweisungen über die neuen Kontonummern durchgeführt. In Deutschland waren es gerade einmal 9 Prozent.

Während für Privatkunden kein Handlungsbedarf besteht, müssen Unternehmen für die SEPA-Lastschrift unter anderem künftig ein spezielles Mandat einholen sowie eine Gläubiger-ID bei der Bundesbank beantragen.

Die Umstellung auf SEPA bedeutet einen erheblichen Aufwand, denn die Betriebe müssen nicht nur die Kontodaten aller Geschäftspartner umstellen, sondern auch bei allen Debitoren und Kreditoren IBAN, BIC und Mandatsdaten einstellen.

Allerdings hat die Umstellung auch Vorteile: Durch SEPA entstehen geringere Kosten für Betriebe, die häufig Geld in andere EU-Länder überweisen. Sie müssen nicht mehr die einzelnen nationalen Standards im Zahlungsverkehr beachten, sondern nur noch die einheitlichen europäischen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de