IW-Verbandsumfrage Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Deutsche Wirtschaft ist weniger optimistisch

Die Wirtschaftsverbände in Deutschland blicken überwiegend zuversichtlich in das Jahr 2019. Vor allem aufgrund der weltwirtschaftlichen Risiken ist allerdings deutlich mehr Skepsis im Spiel als zu Beginn des Jahres 2018.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist laut IW-Verbandsumfrage nicht mehr so positiv wie noch vor einem Jahr.
  • Die insgesamt nur noch bedingt positiven Geschäftsperspektiven der Unternehmen gehen einher mit einem leicht abgekühlten Investitionsklima.
  • Die Konjunktur ist aber immer noch so robust, dass die Unternehmen vieler Verbände zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen.
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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist derzeit gedämpft: Nur noch sieben der 48 vom Institut der deutschen Wirtschaft befragten Verbände sprechen von einer besseren Lage als zur Jahreswende 2017/2018. Damals hieß es noch bei 26 Verbänden: „Daumen hoch“. Verschlechtert hat sich die Laune vor allem in der exportorientierten Industrie, was nicht zuletzt auf die transatlantischen Handelsstreitigkeiten und den Brexit zurückzuführen ist.

Dennoch überwiegt beim Blick auf das neue Jahr der Optimismus (Interaktive Grafik):

Immerhin 28 Wirtschaftsverbände rechnen damit, dass die Geschäfte ihrer Unternehmen 2019 besser laufen werden als im vergangenen Jahr – lediglich zehn sind pessimistisch.

 

Allerdings erwarten die meisten jener Branchen, die von einem Umsatzplus ausgehen, nur einen geringen Zuwachs. Allein die Bauindustrie und das Handwerk haben im Vergleich zu 2018 deutlich bessere Geschäfte im Visier. Das liegt unter anderem an dem weiterhin hohen Nachholbedarf im Wohnungsbau und dem nach wie vor niedrigen Zinsniveau.

Zwar wollen 22 Verbände 2019 mehr investieren als im vergangenen Jahr, 21 Branchen halten jedoch stagnierende und fünf sogar schrumpfende Investitionsbudgets für wahrscheinlich.

Die insgesamt nur noch bedingt positiven Geschäftsperspektiven gehen einher mit einem leicht abgekühlten Investitionsklima. Entsprechend wollen zwar 22 Verbände 2019 mehr Geld für neue Maschinen, Software etc. ausgeben, 21 Branchen halten jedoch stagnierende und fünf sogar schrumpfende Investitionsbudgets für wahrscheinlich. Dabei spielt neben den unsicheren außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch eine Rolle, dass in Deutschland Steuer-, Umwelt- und Energiepolitik derzeit keine investitionsfreundlichen Signale aussenden.

Unterm Strich läuft die Konjunktur aber immer noch gut genug, um den Arbeitsmarkt auf Touren zu halten:

In den Unternehmen von 18 Verbänden dürfte die Zahl der Beschäftigten 2019 steigen, lediglich acht Branchen rechnen mit einem Personalabbau.

Dabei ziehen sich die positiven Meldungen quer durch die deutsche Wirtschaft – nicht nur die boomende Baubranche und das Handwerk benötigen zusätzliche Mitarbeiter, unter anderem wollen auch der Maschinenbau, die Speditionen und die Informationswirtschaft mehr Stellen schaffen.

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