IW-Verbandsumfrage Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Deutsche Wirtschaft erwartet ein besseres Jahr 2022

Trotz der fortdauernden Corona-Pandemie erwarten die deutschen Wirtschaftsverbände, dass es in ihren Mitgliedsunternehmen im Jahr 2022 aufwärtsgeht. In vielen Branchen sind auch zusätzliche Arbeitsplätze in Sicht.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die meisten der vom IW befragten Wirtschaftsverbände sind überzeugt, dass die durch die Corona-Pandemie verursachten Probleme im Jahr 2022 besser in den Griff zu bekommen sind.
  • Eine große Mehrheit der Verbände erwartet, daher, dass ihre Unternehmen im neuen Jahr mehr produzieren beziehungsweise einen höheren Umsatz erzielen werden als 2021.
  • Auch die Investitionstätigkeit dürfte zulegen und es ist mit einem, wenngleich moderaten, Beschäftigungsaufbau zu rechnen.
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Die Omikron-Variante und die Diskussionen darüber, wie die Politik in den kommenden Wochen darauf reagieren soll, überschatten den Jahreswechsel in Deutschland. Nichtsdestotrotz bewerten die Verbände, die das Institut der deutschen Wirtschaft zum Ende eines jeden Jahres befragt, die Lage relativ positiv – zumindest im Vergleich zur Situation von vor einem Jahr (Grafik):

Von den 48 befragten Wirtschaftsverbänden berichten 25 von einer besseren Geschäftssituation als zum Jahreswechsel 2020/2021 – nur sechs sprechen von einer Verschlechterung.

Dabei ist das aktuelle Wirtschaftsumfeld neben den Risiken durch neue Virusmutationen auch durch die an vielen Stellen gestörten industriellen Produktionsprozesse infolge fehlender Vorleistungen geprägt. Doch offenbar herrscht die Überzeugung vor, dass die Probleme im neuen Jahr besser in den Griff zu bekommen sind:

Insgesamt 39 Wirtschaftsverbände erwarten, dass ihre Unternehmen im Jahr 2022 mehr produzieren beziehungsweise einen höheren Umsatz erzielen werden als 2021 – kein einziger Verband geht von einem Abwärtstrend aus.

Vier Verbände rechnen sogar mit einer deutlich höheren Produktion als im abgelaufenen Jahr – darunter die Industriesparten Maschinenbau sowie die Stahl- und Metallverarbeitung.

Auch wenn das aktuelle Wirtschaftsumfeld schwierig ist, sind die meisten der vom IW befragten Verbände überzeugt, dass sich die Probleme im neuen Jahr besser in den Griff bekommen lassen.

Die meist guten Produktionsperspektiven der Industrie sind vor allem damit zu erklären, dass die globale Investitionskonjunktur wieder anziehen dürfte, was vielen exportorientierten deutschen Unternehmen zugutekommt. Aber auch hierzulande dürften die Firmen wieder verstärkt investieren – immerhin die Hälfte der vom IW befragten Verbände geht für 2022 von einer höheren Investitionstätigkeit aus als in den vergangenen zwölf Monaten. Nur sechs Branchen haben ein Minus auf der Rechnung.

Vor diesem Hintergrund ist auch ein weiterer, wenngleich moderater Beschäftigungsaufbau zu erwarten:

21 von 48 Verbänden erwarten, dass ihre Mitgliedsunternehmen im neuen Jahr zusätzliche Mitarbeiter einstellen werden, einen Personalabbau befürchten nur acht Branchen.

Von einem Beschäftigungsplus gehen unter anderem die Pharmaunternehmen, die Elektroindustrie, die Bauwirtschaft, das Handwerk sowie die Informations- und Werbewirtschaft aus. Stellenkürzungen dürfte es dagegen beispielsweise im Finanzwesen geben.

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