Grafikstrecke Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Deutsch-russische Beziehungen

Zwischen Berlin und Moskau bestehen ebenso lange wie enge wirtschaftliche Beziehungen. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern addierte sich 2013 auf 76,5 Milliarden Euro – davon entfielen rund 36 Milliarden Euro auf deutsche Exporte nach Russland und gut 40 Milliarden Euro auf deutsche Importe aus Russland.

Kernaussagen in Kürze:
  • Das deutsch-russische Warenhandelsvolumen belief sich 2013 auf 76,5 Milliarden Euro.
  • Seit dem Ukraine-Konflikt und den daraus resultierenden Wirtschaftssanktionen durch die EU ist der bilaterale Handel belastet.
  • Russlands Wirtschaft leidet auch aufgrund fallender Ölpreise und Struktur- und Währungsproblemen.
Zur detaillierten Fassung

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts im vergangenen Jahr und den Wirtschaftssanktionen durch die EU ist der bilaterale Handel jedoch belastet. Zu den Sanktionen zählen diverse Exportverbote für europäische Produkte, zum Beispiel Technologien zur Erdölförderung, ein beschränkter Zugang russischer Unternehmen zum internationalen Kapitalmarkt sowie Konten- und Einreisesperren. Doch Russlands Wirtschaft strauchelt nicht nur über die Konsequenzen, die sich angesichts der Ukraine-Krise ergeben – auch der fallende Ölpreis sowie Struktur- und Währungsprobleme haben die russische Föderation in die Rezession getrieben.

Der deutsch-russische Handel ist nicht erst 2014 mit Ausbruch der Ukraine-Krise ins Stocken geraten, er lahmt bereits seit 2012. Während sich der Rückgang der deutschen Importe aus Russland in Grenzen hält, ist der Export nach Russland nicht zuletzt aufgrund der EU-Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland deutlich stärker eingebrochen.

In politisch entspannten Zeiten zeichnet sich der deutsch-russische Handel dadurch aus, dass vor allem solche Güter die Ländergrenzen passieren, die im jeweiligen Empfängerland knapp sind: Russland kauft in Deutschland vor allem Maschinen sowie Autos und Autoteile ein, Deutschland importiert aus Russland in erster Linie natürliche Ressourcen wie Erdöl und –gas. Die russische Föderation ist somit der wichtigste Erdöl- und Erdgaslieferant für Deutschland.

Zuletzt ist der Handel jedoch – auch aufgrund der beiderseitig verhängten wirtschaftlichen Sanktionen - in vielen Gütergruppen massiv zurückgegangen: Deutschland exportierte in den ersten zehn Monaten des Jahres 2014 für 1,9 Milliarden Euro weniger Autos und Autoteile nach Russland als im Vorjahreszeitraum. Umgekehrt gingen die Importe von Öl, Gas und Kohle nach Deutschland zurück. Andere Güter dagegen wie sonstige organische Grundstoffe und Chemikalien kauft die deutsche Wirtschaft in jüngster Zeit verstärkt in Russland ein.

Russland belegt auf der Liste der für Deutschland wichtigsten Exportländer Platz 11. Im Jahr 2013 gingen knapp 3,3 Prozent der deutschen Warenexporte dorthin. Besonders wichtig ist Russland für die Exporteure aus Berlin, Bremen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Insgesamt sind rund 6.000 deutsche Firmen in Russland aktiv. Nach Schätzungen des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft hängen in Deutschland mehr als 300.000 Arbeitsplätze vom Exportgeschäft mit Russland ab.

Schon seit einigen Jahren zeigt die russische Wirtschaft Schwächen, jetzt steckt sie sogar in der Rezession. Das hat mehrere Ursachen: neben den Wirtschaftssanktionen, die die EU gegen Moskau aufgrund des Ukraine-Konflikts verhängt hat, sind dies der niedrige Erdölpreis und der fallende Rubelkurs. Hinzu kommen ungelöste Strukturprobleme und eine mangelnde Investitionstätigkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de